Namenszusatz Weil der Stadt will Keplerstadt heißen

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„Keplerstadt“ könnte bald auch auf den Weiler Ortsschildern stehen. Foto: Simon Granville

Weil der Stadt - Nachdem sich Weil der Stadt schon lange mit Johannes Kepler namentlich präsentiert, soll dies nun auch offiziell mit ministerieller Genehmigung geschehen. Der Begriff Keplerstadt ist längst ein Synonym für Weil der Stadt. Der große Astronom, der 1571 in der damaligen freien Reichsstadt geboren wurde, prangt schon weit vor den Toren der Stadt, nämlich bereits auf der Ausfahrt der Autobahn 8 bei Leonberg, auf einem Schild als Attraktion für eben diese Keplerstadt.

Nun hat der Gemeinderat auf Antrag der Verwaltung mit der dafür nötigen Drei-Viertel-Mehrheit bei drei Enthaltungen beschlossen, dass Weil der Stadt zusätzlich zum Stadtnamen die Bezeichnung Keplerstadt führen soll. Dafür ist die Genehmigung des baden-württembergischen Innenministeriums nötig, die jetzt eingeholt werden soll.

Von der Schule bis zum Chor

Johannes Kepler, der als der Begründer der neuzeitlichen Astronomie gilt und mit den nach ihm benannten Gesetzen der Planetenbewegung Bahnbrechendes leistete, ist in Weil der Stadt tief verankert und vielfach vertreten. Das Gymnasium ist nach ihm benannt, es gibt ein Kepler-Museum im Kepler-Haus und seit 150 Jahren steht ein übergroßes Kepler-Denkmal auf dem Marktplatz. Außerdem hat die Kepler-Gesellschaft ihren Sitz im Ort und im Stadtarchiv wird das Kepler-Archiv verwahrt.

Darüber hinaus ist der Forscher und Wissenschaftler, der 1630 in Regensburg starb, in vielerlei Namenszusätzen vertreten, vom Kepler-Weihnachtsmarkt über den Lions Club Johannes Kepler bis hin zum Chorverband Kepler. Aber auch in die Moderne hat der Astronom Einzug gehalten, denn auf der Homepage der Stadt ist die „Keplerstadt“ ebenfalls eine feste Größe.

Kepler prägt Stadtgeschichte bis heute

Nun will die Stadt Nägel mit Köpfen machen. Eine Änderung der Gemeindeordnung im vergangenen Jahr ermöglicht Kommunen und einzelnen Ortsteilen, auch sonstige Bezeichnungen zu führen, die beispielsweise auf örtlichen Eigenarten oder eben geschichtlicher Vergangenheit beruhen.

Vorher wurden lediglich Bezeichnungen wie „Bad“ oder „Universitätsstadt“ verliehen. „Da Johannes Kepler eine Persönlichkeit war, die unsere Stadtgeschichte und städtische Kultur maßgeblich geprägt hat, haben wir das 450-jährige Jubiläum seines Geburtstags zum Anlass genommen, die Bezeichnung ‚Keplerstadt‘ auch offiziell zu beantragen“, sagte der Bürgermeister Christian Walter auf Nachfrage dazu.

Namenszusatz auf den Ortstafeln

Von der Änderung in der baden-württembergischen Gemeindeordnung hat auch noch eine andere Stadt im Altkreis Leonberg Gebrauch gemacht: Im Frühjahr hatte Rutesheim einen Antrag beim Innenministerium gestellt. Seitdem trägt der Teilort Perouse ganz offiziell den Titel „Waldenserort“.

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Finanzielle Auswirkungen auf den städtischen Haushalt habe die Änderung nicht, sagte der Bürgermeister auf eine Frage von FDP-Stadtrat Hans Dieter Scheerer. Es müssten lediglich Ortstafeln ausgetauscht oder etwa Aufkleber produziert werden.

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