Nahverkehr in Leonberg Für drei Euro den ganzen Tag mobil

Von Thomas K. Slotwinski
Reger Verkehr am Zentralen Busbahnhof in Leonberg. Wer hier einsteigt, kann für drei Euro in der ganzen Stadt herumfahren. Foto: Simon Granville/Simon Granville

Von Höfingen zum Shoppen ins Leo-Center. Und danach auf einen Kaffee zu den Freunden in Warmbronn. Auf dem Rückweg noch ein Zwischenstopp für einen kleinen Altstadtbummel und ein kühles Getränk auf dem Marktplatz. Dann zurück nach Höfingen. Alles mit dem Bus, alles für drei Euro pro Person.

Das geht. Und das wird auch in Zukunft weiter möglich sein. Leonberg bietet in den nächsten drei Jahren weiterhin ein Drei-Euro-Ticket an, das den ganzen Tag im gesamten Stadtgebiet gilt. Neben dem Einzeltagesticket gibt es zudem ein Gruppentagesticket, gültig für bis zu fünf Personen. Das kostet sechs Euro.

Gilt auch im Ruftaxi

Die Tageskarte kann sowohl beim Fahrer als auch online, per App, am Automaten der Deutschen Bahn oder an den Verkaufsstellen gelöst werden. Die Fahrscheine gelten ab dem Zeitpunkt des Erwerbs bis um 7 Uhr des Folgetages und sind in allen öffentlichen Verkehrsmitteln (Bus, S-Bahn, Ruftaxi) innerhalb des Stadtgebietes Leonberg, also mit Gebersheim, Höfingen und Warmbronn, gültig.

Das Drei-Euro-Ticket war zum Jahresanfang 2020 mit großen Erwartungen gestartet. „Das Stadtticket hat sich als Verkaufsschlager entpuppt“, frohlockte damals der VVS-Geschäftsführer Horst Stammler. Allein in Ludwigsburg wurde seinerzeit in knapp 15 Monaten schon eine halbe Million der Stadttickets verkauft. Auch in Leonberg erhoffte sich die Politik einen Schub bei ihren Bemühungen, den Nahverkehr zu verbessern.

155 000 Euro Zuschuss im Jahr

Doch Corona machte dem Aufwärtstrend einen Strich durch die Rechnung. In den schlimmsten Phasen der Pandemie lagen die monatlichen Verkaufszahlen in Leonberg teilweise bei unter 1000. Mittlerweile ist ein stabiler Aufwärtstrend zu verzeichnen. Rund 4000 Einzelfahrscheine und an die 80 Gruppentickets werden im Monat verkauft.

Natürlich ist das Tagesticket trotz der steigenden Zahlen nicht kostendeckend. Deshalb hat der städtische Finanzausschuss die Deckungsmittel jetzt freigegeben. Bis 2025 sind pro Jahr 155 000 Euro veranschlagt.

Verstärkte Werbung

Auch in Renningen wird das vor zwei Jahren eingeführte Stadtticket fortgeführt. Der Vertrag verlängert sich zunächst auf Ende 2023.

Wirklich aussagekräftig sind die Nutzerzahlen bislang noch nicht. Ursprünglich hatte die Stadt mit jährlich 25 000 Euro an Zuschüssen gerechnet. Am Ende waren es 2021 knapp 3000 Euro (1522 Einzel- und 46 Gruppentickets), im Startjahr 2020 coronabedingt sogar nur 1115 Euro (590 Einzel-, acht Gruppentickets). Beide Städte wollen nun die Werbung für dieses günstige Angebot weiter ausbauen.

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