Nahverkehr im Kreis Böblingen Lieber ein Ringzug als eine Stadtbahn

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Eine Stadtbahn von Leonberg nach Vaihingen und Weissach? Nicht jeder findet die Idee gut. Foto: SSB

Leonberg - Keine Sympathie für die Idee einer Stadtbahn von Leonberg nach Vaihingen hegt der Grünen-Stadtrat Ronald Ziegler. Für diese machen sich der FDP-Fraktionschef Dieter Maurmaier und Hans-Joachim Knupfer von der Bürgeraktion Schwarzwaldbahn stark.

„Eine Stadtbahn ist, wie der Name sagt, eine Bahn für die Stadt, sie dient nicht dazu, Gemeinden miteinander zu verbinden“, sagt Ziegler. Und er macht auch gleich die Rechnung auf: Die Erweiterung der U2 zum Flughafen koste 40 Millionen Euro und zwar für den Streckenkilometer.

Von Stuttgart-Vaihingen nach Leonberg seien es mindestens 15 Kilometer. Und wie solle die Strecke verlaufen, fragt sich Ziegler. Über die Uni Vaihingen, Büsnau, vielleicht noch über den Katzenbacher Hof, das Bärenschlössle und eine schöne Hangtrasse unterhalb des geretteten Rappenbergs – also eine Ausflugsbahn?

Die Stadt Stuttgart tue sich schwer, vom Bahnhof Vaihingen das Eiermannareal mit einer Stadtbahn zu erschließen, dieses wäre zumindest ein möglicher Punkt auf der fiktiven Strecke. „Im Nahentwicklungsplan 2030 der Stadt Stuttgart wird die Richtung nach Leonberg nicht mal erwähnt“, gibt Ziegler zu bedenken. „Wenn überhaupt die Stadtbahn in unsere Richtung fahren sollte, dann die U16 nach Weilimdorf S-Bahnhof“, lautet der Vorschlag des Höfinger Grünen-Stadtrats.

Es gebe auch schienengebundene Alternativen im Landkreis Böblingen, doch „das Theater um die Schwarzwaldbahn“ zeige, dass einige das lieber verhindern als fördern. Renningen und Leonberg als Knotenpunkte, denn es braucht dafür natürlich auch Bahnsteige, könnten kostengünstig ausgebaut werden.

Ein Ringzug wäre sinnvoller

Ronald Zieglers Vorschlag: „Nimmt man die vorhandenen Schienen zugrunde, wäre ein Ringzug von Leonberg über Renningen, Sindelfingen, Böblingen, Rohr, Gäubahnlinie mit neuem (alten) Halt Westbahnhof, Nordbahnhof, Feuerbach, Zuffenhausen nach Kornwestheim mit Anschluss an die Schusterbahn und von dort zurück nach Leonberg möglich – in beide Richtungen. Vernünftige Fahrradabstellplätze an den Haltestellen mit Verleih sind natürlich auch ein Muss.“

Damit seien die wichtigsten Betriebe mit eingebunden und für diejenigen Pendler und Schüler, die das benötigen, nutzbar. Kein Schüler fahre von Leonberg nach Vaihingen : „Hier entstehen nur Büroarbeitsplätze, die heute durch Heimarbeitsplätze ersetzt werden.“ Ziegler erinnert daran, mit wie viel Problemen es verbunden gewesen sei, allein einen Bus von Warmbronn zur Uni zu bringen.

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Mit den Fördermitteln, die coronabedingt jetzt ausgeschüttet werden, sollte in Leonberg ein Wasserstoff-Knotenpunkt gebaut werden, schlägt Ziegler vor. Dabei könnte der leidige Wertstoffhof durch eine Wasserstofftankstelle ersetzt werden für Busse und den Schwarzwaldzug, der mit Wasserstoff fahren könnte, wie es in Norddeutschland üblich ist. „Die Busse fahren dann durchs das Mahdental nach Vaihingen über die Uni und bis zum Allianz-Gelände in Rohr/Vaihingen – andere Busse direkt nach Stuttgart über Heslach. Und für alle Leonberger der gleiche Tarif.“

Moderne Zukunftstechnologie nach Leonberg bringen, dazu Elektroantriebe mit Wasserstoff „im Hochtechnologielandkreis Böblingen“, darauf sollte der Blick in die Zukunft gerichtet sein. Die Stuttgarter Stadtbahn sei eine alte Technik, die anderorts bereits durch Niederflurtechnik abgelöst ist. „Von Gerlingen her in die Stadt kommend, mit noch mehr Flächenverbrauch im Unteren Schützenrain und ein Hasenbrünnele-Tunnel mit Tiefbahnhof bei der Kreissparkasse?“, formuliert es Ziegler überspitzt.

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