Gleichwohl sorgt der weiterhin geplante Umbau des Renninger Bahnhofs durch die Bank für Kopfschütteln. Denn wenn die Hesse-Bahn bereits nach kurzer Zeit nur noch in den Randzeiten bis Renningen fährt und früher oder später ganz von der S 6 abgelöst werden könnte, werde sich der Betreiber fragen müssen, ob der Ausbau des Bahnhofs überhaupt sinnvoll ist, findet Marcus Schautt. Auch Thomas Mauch (SPD) wundert sich, dass eine Hesse-Bahn nur bis Weil der Stadt nicht förderfähig sein soll, dafür aber ein 2,5 Millionen Euro teurer Umbau, der kaum und in einigen Jahren vielleicht gar nicht mehr benötigt wird. „Aber darüber haben wir hier nicht zu entscheiden“, so Schautt.
Vage Formulierungen
Mauch stört sich zudem an einer sehr vagen Formulierung in dem Eckpunktepapier. Darin steht, dass die Express-S-Bahn Vorrang vor der Hesse-Bahn erhält. Eigentlich ist vorgesehen, dass beide Züge nie gleichzeitig die Strecke zwischen Weil der Stadt und Renningen befahren. „Wieso steht dann da nicht einfach: Die Hesse-Bahn endet zu diesen Zeiten in Weil der Stadt?“ Die bestehende Formulierung schließe einen gleichzeitigen Verkehr auf der Strecke dagegen nicht aus. „Das ist natürlich eine böswillige Auslegung, die ich keinem unterstellen will“, ergänzt Mauch augenzwinkernd. Er wünsche sich jedoch eine eindeutigere Formulierung.
Der Text in dem Papier ist so allerdings gesetzt, daran lasse sich jetzt nichts mehr ändern, ohne gleich ein ganz großes Fass aufzumachen, warnt der Bürgermeister Wolfgang Faißt (Freie Wähler). Ihm sei jedoch ebendies, nämlich dass ein gleichzeitiger Betrieb ausgeschlossen ist, zugesichert worden. Bei dem engen Takt lasse die Strecke einen parallelen Betrieb beider Züge ohnehin nicht zu, ergänzt der Erste Beigeordnete, Peter Müller. „Es käme also auf das Gleiche heraus.“