Nach der Abschiedsparty der Rockfabrik Rofa-Fans wütend wegen Abschleppaktion

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In die Trauer mancher Rofa-Fans mischt sich Wut: Nach der Silvesterparty seien Grabkerzen frühzeitig entfernt und Autos wahllos abgeschleppt worden. Foto: Lisa Kutteruf

Ludwigsburg - Nachdem die letzte Party in der Ludwigsburger Rockfabrik in der Silvesternacht über die Bühne gegangen ist, sind die Mitarbeiter und Helfer damit beschäftigt, übrig gebliebene Getränke aus den Kühlschränken zu räumen und leere Flaschen sowie Bierfässer zu entsorgen. Zeitgleich mischt sich in die Trauer zahlreicher Rockfans Wut über die Ereignisse am Neujahrstag.

Einige der Kerzen, die Rofa-Fans vor dem Gebäude niedergelegt hatten, seien bereits am 2. Januar entfernt, Autos am Neujahrstag wahllos abgeschleppt worden, beschweren sich die Fans in den sozialen Netzwerken. Verantwortlich für die Aktionen machen sie den Eigentümer Max Maier. Manche bleiben sachlich, andere bezeichnen ihn als herzlos, verbittert – oder lassen gar alle Hemmungen fallen und wünschen dem Unternehmer, dass er „unter elendigen Schmerzen“ dem Ende zugeht. Auch die Kommentare unter einem Youtube-Video des Kontos „urbanharbor maxmaier urbandevelopment“ sind kritisch bis böse. In dem Video heißt es: „Jetzt ist Zeit für den Bruch der Egomanie“, worauf User kommentieren: „Jetzt ist Zeit, mich zu erbrechen“ oder „Das Ende der Egomanie? Aber eine 36 Jahre andauernde Ära beenden. Pah.“

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Der Rofa-Geschäftsführer Johannes Rossbacher kann den Umgang des Unternehmers mit der Kultdisco ebenfalls nicht gutheißen, bleibt aber diplomatisch. „Ich will keine Eskalation“, sagt er. Andreas Naumann, der als Immobilienmanager für Maier arbeitet, streitet ab, dass dieser angeordnet habe, Autos abschleppen zu lassen. „Wir haben die Firma NKE für die Überwachung des Geländes beauftragt“, sagt er. Diese habe am Neujahrstag lediglich die Autos, die im Parkverbot gestanden hätten, abgeschleppt. Auf Nachfrage bei der Firma NKE heißt es, man habe am 1. Januar gegen 11 Uhr fünf Autos aus Sicherheitsgründen abgeschleppt, nachdem sich betrunkene Menschen auf dem Parkplatz „daneben benommen“ und unter anderem mit Flaschen geworfen hätten.

Unterdessen hat die Rofa den geplanten Räumungsverkauf am 11. Januar „aus logistischen Gründen“ abgesagt. „Das liegt daran, dass sich manche Stammgäste bereits im Vorfeld die Sahnestücke gesichert haben“, sagt Rossbacher. Es lohne sich schlicht nicht, für die noch verbliebenen Stücke eigens einen Flohmarkt auf die Beine zu stellen. Interessierte können trotzdem etwas aus der Rofa kaufen, per Mailanfrage an: roland@rocks.de.

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