Mönsheim Am 15. Januar ist das Corona-Impfzentrum startklar

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Sechs Impfstraßen werden jetzt in der Mönsheimer Appenberg-Sporthalle eingerichtet. Foto: /Jürgen Bach

Mönsheim - Am Montag war sie noch leer, die Appenberg-Sporthalle in Mönsheim, in der sonst Schulkinder und Vereine aktiv sind. Doch schon während Bastian Rosenau, der Landrat des Enzkreises, über das künftige KIZ – das Kreisimpfzentrum – informiert, das dort am 15. Januar seine Arbeit aufnehmen wird, werden die ersten Ausrüstungsgegenstände angeliefert, wie etwa ein großer Serverschrank. Und schon Tage zuvor wurde mithilfe des THW auf den 1560 Quadratmeter großen Schwingboden der Sporthalle ein zusätzlicher Belag verlegt, um den Boden zu schonen. Nach und nach wird in den nächsten Tagen und Wochen die umfangreiche Ausstattung eintreffen, die nötig ist, um von Mitte Januar an täglich rund 750 Menschen zu impfen.

Die Halle direkt neben der Mönsheimer Feuerwache ist groß genug, um die von Bund und Land vorgesehenen sechs Impfstraßen und eine weitere in Reserve einzurichten. Sozialräume für die Beschäftigten müssen geschaffen und kilometerlange Strom- und Datenkabel samt Notstromanbindung verlegt werden, Kühlmöglichkeiten und Platz für die Impfstoffaufbereitung müssen her. „Wir haben hier gute Rahmenbedingungen“, sagt der Landrat. Dazu gehören auch die Parkmöglichkeiten – weitere Parkplätze sollen am Grünstreifen in der unteren Appenbergstraße angelegt werden. Sicherheitspersonal wird vor Ort den Verkehr lenken. Außerdem sollen vor der Halle zwei Übergangsbushaltestellen für die Linien 763, 765 und 653 entstehen. Gedränge von zu vielen Impfwilligen gleichzeitig befürchtet der Landrat nicht. „Jeder muss vorher telefonisch, per Mail oder App einen Termin ausmachen“, betont er.

Miriam Mayer ist Leiterin des Amtes für technische Dienste und managt im Impfzentrum die Organisation. Auf einem Schaubild erklärt sie den Aufbau der künftigen, voneinander per Raumteiler abgetrennten Impfstraßen: Vom Eingangsbereich kommen die Menschen zur Registrierung. Dann geht es in den Aufklärungsbereich, wo auf Monitoren ein Film zur Impfung gezeigt wird. Schließlich gelangen die Impfwilligen in Einzelkabinen, wo Ärzte individuell beraten. Danach folgt die eigentliche Impfung. An diese schließt sich ein Sanitätsbereich mit Ruhemöglichkeit an. Am Schluss wird die Impfung dokumentiert und der Impfausweis wird ausgefüllt.

Geimpft wird sieben Tage die Woche

Das Impfzentrum in Mönsheim wird ein Vollzeitbetrieb, geöffnet sieben Tage die Woche von 7 bis 21 Uhr. Gearbeitet wird in zwei Schichten mit jeweils 50 bis 60 Mitarbeitern, inklusive Sicherheits- und Reinigungspersonal. Während sich das Land um das medizinische Personal kümmert, ist das nichtmedizinische Personal Sache des Landkreises. Nach entsprechenden Aufrufen hätten sich landesweit schon mehr als 3000 Ärzte zur Mitarbeit gemeldet, Ähnliches gelte auch für anderes medizinisches Fachpersonal, sagt die Pforzheimer Ärztin, Nicola Buhlinger-Göpfarth, die Pandemiebeauftragte im Enzkreis ist. Kreisbrandmeister Carsten Sorg geht davon aus, dass auch von DRK und THW Helfer zur Verfügung stehen.

Bezahlt wird das Ganze – die Infrastruktur, das Personal, der Impfstoff – vom Land, betont Landrat Rosenau und fügt augenzwinkernd hinzu: „hoffentlich“. Der zuständige Dezernent und Verantwortliche für die Koordination der Impfzentren im Enzkreis, Daniel Sailer, ergänzt: „Wir als Kreis gehen in Vorleistung und rechnen dann mit dem Land ab.“

Warum ausgerechnet Mönsheim?

Auf die Frage, warum neben Pforzheim gerade Mönsheim als Standort für eines von zwei Impfzentren im Enzkreis ausgewählt wurde, hat Bastian Rosenau eine klare Antwort. Da sei zum einen die schnelle Bereitschaft der Gemeinde gewesen, ihre für diesen Zweck sehr gut geeignete Halle zur Verfügung zu stellen und damit auch Einschnitte hinzunehmen. Etwa, dass bis zum Sommer dort kein Sportbetrieb stattfinden kann. Zum anderen erklärt dies auch ein Blick auf die Karte, in der die Impfzentren in der Region markiert sind. Zwar liegen die KIZ in Pforzheim und Mönsheim relativ nah beieinander, doch drumherum kommt lange nichts. In östlicher Richtung gibt es in Sindelfingen das nächste KIZ, im Süden sogar erst in Altensteig, im Nordosten in Ludwigsburg. Und weil jeder selbst entscheiden kann, wo er sich impfen lässt, – auch kreisüberschreitend, wie Daniel Sailer erklärt – hat Mönsheim durchaus eine zentrale Lage. Der Enzkreis sei mit gleich zwei Impfzentren „super gut versorgt“.

Die Mönsheimer Gemeinderätin Margit Stähle, die den Bürgermeister Thomas Fritsch vertritt, der sich in Quarantäne befindet, dankte den örtlichen Vereinen und auch der Schule, dass sie das Vorgehen der Gemeinde im Kampf gegen die Corona-Pandemie unterstützen. „Wir hoffen, dass die Leute das Impfzentrum annehmen“, sagte sie.

An das Impfzentrum ist auch noch ein „Mobiles Impfteam“ (MIT) mit vier Mitarbeitern angegliedert. Dieses wird Menschen beispielsweise in Alten- und Pflegeheimen direkt vor Ort impfen.

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