Mitutoyo in Leonberg Gewerbegebiet Leo-West füllt sich

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Vor dem Haupteingang wird eine japanische Kirsche eingepflanzt. Foto: Simon Granville

Leonberg - Die drei heiligen Elemente der Unternehmensphilosophie des japanischen Messgeräteherstellers Mitutoyo sind bei einem Besuch des neuen Leonberger Firmensitzes kaum zu übersehen: „Gute Umgebung, gute Menschen, gute Technik“, prangt hier im leuchtenden firmentypischen Orange an der Wand. Mitutoyo – ins Deutsche übersetzt heißt das etwa „Die Fülle der drei Elemente“ – will die Firmenphilosophie auch am frisch eröffneten Standort im Gewerbegebiet Leo-West leben. Besonders die gute Umgebung, so hörte man bei der offiziellen Einweihungsfeier unweit der A 8 jüngst von allen Seiten, habe man mit dem Sitz in Leo-West schon einmal gut getroffen.

Das Gewerbegebiet Leo-West boomt. Die Lage direkt an der Autobahn und die Nähe zu Stuttgart ist für viele Unternehmen attraktiv, die Grundstücke waren zwei Jahre nach Vermarktungsbeginn allesamt veräußert. Auf der Gesamtfläche von 73 000 Quadratmetern haben 13 Unternehmen Platz. Viele Baustellen sieht man hier nicht mehr – die meisten Firmen sind bereits eingezogen, etwa die Deutsche Post am oberen Ende des Gebiets, die Steuerberatungsgesellschaft Karle und Brunold oder jüngst erst der Arbeitsbühnenvermieter Mateco.

Die alten Räume waren zu klein

Einer der neuen Nachbarn ist nun auch Mitutoyo. Seit 40 Jahren hat die japanische Firma einen Sitz in Leonberg und einen Großteil davon in der Steinbeisstraße verbracht. „Zu verwinkelt, zu dunkel, zu klein“ seien die Räumlichkeiten dort gewesen, sagt Niederlassungsleiter Hartmut Zeller. Nach ersten Sondierungsgesprächen mit der Wirtschaftsförderung der Stadt Leonberg habe man sich Mitte der 2010er-Jahre entschieden, sich für ein Grundstück im zukünftigen Gewerbegebiet Leo-West zu bewerben. Im Januar 2020 folgte der Spatenstich.

Und auch, wenn kurz danach die Welt von einer Pandemie überrollt wurde – auf der Baustelle in Leo-West liefen die Dinge weitestgehend in geregelten Bahnen. „Wir sind recht gut durch die Pandemie gekommen“, so Zeller. Trotzdem: Ein komplexer Prozess sei es gewesen. „Ich habe viel gelernt.“, sagt der Niederlassungsleiter. „Auch ein paar neue Schimpfwörter.“ Bereits im Juli dieses Jahres konnten die 41 Leonberger Mitutoyo-Mitarbeiter in den rund 4,8 Millionen teuren Neubau umziehen. Im Showroom im Erdgeschoss werden Kunden seitdem die Messgeräte der Firma präsentiert. In dem Gebäude sollen in Zukunft außerdem auch Fortbildungen für Mitarbeiter und Geräteschulungen stattfinden. Besonders gelobt wird von allen Seiten: Die große Loggia im ersten Stock des Firmengebäudes, von der man sogar die Leonberger Altstadt sehen kann.

Die Stimmung unter den Nachbarn stimmt

„Wir sind froh, jetzt mit allen Nachbarn hier zu sein“, schwärmt Hartmut Zeller. Einige von ihnen sind auch zur Einweihungsfeier erschienen, etwa Hans-Willi Walter, dessen Firma Walter Eisenbahnen seit eineinhalb Jahren in Leo-West sitzt. „Fantastisch“ sei der Standort im Vergleich zum vorherigen Sitz am Leonberger Marktplatz. Er lobt außerdem die netten Nachbarn und die Vielfältigkeit der im Gewerbegebiet ansässigen Branchen.

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„Der Schlüssel zum Erfolg eines Standortes ist nicht nur eine verkehrsgünstige Lage oder die Lebensqualität vor Ort, sondern auch die Chemie mit den Einwohnern“, betont auch Hiroyuki Yakabe, stellvertretender Generalkonsul des japanischen Generalkonsulats in München. Er spricht vom buddhistischen Konzept der friedlichen Koexistenz, und bezieht sich dabei nicht nur auf die Nachbarschaft im Gewerbegebiet Leo-West. Auch den kulturellen und wirtschaftlichen Austausch zwischen Deutschland und Japan lobt er. „Japaner sind in Deutschland und Baden-Württemberg gern gesehene Nachbarn“, sagt Yakabe. „Das Land und die Stadt Leonberg leisten großartige Arbeit, dass japanische Unternehmen hier so erfolgreich sind.“

Gute Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Japan

Die deutsch-japanische Freundschaft ist am Eröffnungstag von Mitutoyo deutlich zu spüren: Vor dem Firmengebäude wehen die Flaggen beider Länder nebeneinander im Wind, das Buffet ist mit Sushi und Käsespätzle bestückt, und zur Feier des Tages pflanzen die ranghöchsten Gäste zusammen eine japanische Kirsche vor dem Haupteingang ein. Zur Feier des Tages gräbt sogar Leonbergs Oberbürgermeister Martin Georg Cohn in seinem Fremdsprachenwortschatz – und eröffnet seine Rede mit einem schwungvollen „Konichiwa“. Die Entwicklung von Mitutoyo sei eine Erfolgsgeschichte. „Die Wettbewerber werden auch weiterhin auf Leonberg schauen.“

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