Mittelalterspektakel Renningen Eine Reise in vergangene Zeiten

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Wie hat man im Mittelalter gekocht und was gab es damals zu essen? Das und vieles mehr erfahren die Besucher beim Spektakel in ­Renningen. Foto: factum

Renningen - Es ist, als wäre man plötzlich in einer anderen Zeit gelandet. Die Kleidung, die Musik, die Stände – alles ist so realistisch, als wäre man plötzlich im Mittelalter gelandet. Doch dieses Spektakel sehen sich am Samstagmittag nur wenige an. Denn  die ­brennende Hitze ist ohne Sonnenschirm kaum zu ertragen. Doch waschechte Mittelalterfans sind an den Rankbach gekommen – Männer und Frauen in altertümlichen Gewändern, die sich vollständig dieser Zeit verschrieben haben.

Das Mittelalterspektakel in Renningen fand am vergangenem Wochenende zum elften Mal statt. Die Freye Rittersleut zu Randingen e.V., ein Mittelalterverein aus Renningen, legte sich voll ins Zeug, um die Besucher in vergangene Zeiten zu versetzen. Schade, dass nicht so viele junge Familien gekommen sind, denn das Programm war mit Ritterturnieren, einem Mittelaltermarkt, Falknervorführungen, mittelalterlichem Handwerk, Lagerleben, Feuershows, Gaukeley und Mittelaltermusik sehr vielfältig.

Kristallkugel und Drachenpuppe

Schon einige Minuten nachdem man den Markt betreten hat, fällt einem eine komische Gestalt ins Auge. Ein großer bärtiger Mann mit altertümlichem Gewand, Kristallkugel und einer goldenen Drachenpuppe auf dem Arm. Dabei handelt es sich um     den Jongleur-Künstler Eberhard Nitsche. Schon seit vielen Jahren liebt er es, sich auf Mittelaltermärkten herumzutreiben und das Aufsehen der Menschen auf sich zu ziehen. „Früher hatte ich als Jongleur viele Bühnenauftritte. Dadurch bin ich irgendwie in die Mittelalterszene reingerutscht“, erzählt Nitsche. Weiterhin sagt er: „Ich habe die Mittelaltermärkte kennen- und lieben gelernt. Ich treffe hier immer wieder alte Bekannte und lerne neue Leute kennen.“

Musik und Feierei. Foto: factum/Jürgen Bach
Viele reizt es, in die Vergangenheit einzutauchen. So auch Christine Bosch. Sie hat einen Stand im Mittelaltermarkt, an dem sie ihre Gewand- und Hutschneiderei ausstellt. „Ich bin dieses Jahr zum dritten Mal beim Mittelaltermarkt in Renningen dabei“, sagt sie. „Der Markt ist nicht zu klein, nicht zu groß und das Publikum ist immer sehr nett.“ Die Rentnerin schneidert all ihre Stücke selber und ist auf viele ihrer Arbeiten sehr stolz. „Dieses Jahr stelle ich ein ganz besonderes Kleid aus. Es ist ein Winterkleid für mittelalterliche Hochzeiten. Ich finde es wunderschön und habe sehr lange gebraucht, um es fertigzustellen“, erzählt sie mit leuchtenden Augen.

Schmuck aus Mammut-Elfenbein

Nur ein paar Schritte weiter ist ein ­anderer Stand aufgebaut. Marionetten, Schmuck, Handgewebtes und verschiedenste Steine blitzen im Sonnenlicht auf. Der Stand gehört Andreas Kingl und seiner Partnerin Susanne Marx. Die beiden sind dieses Jahr zum ersten Mal beim Mittelalterspektakel in Renningen dabei und erklären jedem Passanten fröhlich, was sie ausstellen. „Wir haben für jeden Geschmack etwas dabei. Hier werden nicht nur Hardcore-Mittelalterfans fündig, sondern auch Menschen, die mit dem Mittelalter nichts am Hut haben“, erzählt Susanne Marx lächelnd. „Bei uns findet man Dinge, die es sonst nirgendwo gibt. Sei es Schmuck aus Mammut-Elfenbein oder selbstgemachte Marionetten. Bei uns ist alles einzigartig und besonders.“

Für echte Mittelalterfans war das ­Mittelalterspektakel in Renningen auf ­jeden Fall ein voller Erfolg. Sie konnten ihre Liebe zum Mittelalter durch die ­Musik, die Verkleidungen und den Schmuck voll ausleben.

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