Marktplatz Weil der Stadt Acht Kaiserlinden für ein besseres Stadtklima

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Die acht Kaiserlinden sind auf dem Weiler Marktplatz gesetzt und sollen künftig den Menschen Schatten spenden. Foto: Jürgen Bach

Weil der Stadt - Im Herzen der Weiler Altstadt wird seit einem Jahr an einer großen Baustelle gegraben und gewerkelt. Inzwischen sind im Rahmen der Sanierung des Marktplatzes sämtliche Tiefbauarbeiten erledigt – von neuen Abwasserkanälen, Wasser-, Strom- und Gasleitungen bis hin zu den Anschlüssen, die für künftige Feierlichkeiten auf dem Marktplatz gebraucht werden. Jetzt geht die Gestaltung der Platzoberfläche mit großen Schritten voran.

Wie ein Symbol dafür, dass bald wieder Leben in der guten Stube von Weil der Stadt einkehren wird, stehen jetzt zum ersten Mal überhaupt an dieser Stelle acht Bäume, die in der vergangenen Woche gepflanzt wurden. Genauer gesagt handelt es sich bei dem neuen innerstädtischen Grün um Kaiserlinden – wie könnte es anders sein in einer ehemaligen freien Reichsstadt.

Eigentlich waren sie im ursprünglichen Entwurf für die Marktplatz-Gestaltung aus dem Jahr 2009 von Landschaftsarchitekt Michael Glück gar nicht vorgesehen. Schließlich wuchsen auch in früheren Jahrhunderten auf den Marktplätzen in den engen Städten eher selten Bäume. Doch seither habe sich der Entwurf weiterentwickelt, wenn auch die Grundidee noch die ursprüngliche sei, sagt Jürgen Katz, der Erste Beigeordnete der Stadt, dem damit auch das Stadtbauamt untersteht.

Er selbst habe den Impuls gegeben, bei der Neugestaltung des Platzes Bäume zu setzen, die Schatten spenden und das innerstädtische Klima verbessern. Schatten werden die kastigen Bäume wohl besonders jenen Besuchern spenden, die sich auf der Sitzmauer am nördlichen Rand des Platzes niederlassen. Diese Steinkante aus Buntsandstein ist inzwischen ebenso zu sehen wie die Stufen vor dem Rathaus, die auf den tieferliegenden Platz führen.

Der Kepler muss weichen

Die beiden historischen Marktbrunnen – der obere stammt von 1537, der untere von 1603 – mussten baulich stabilisiert werden. Gerade arbeiten Restauratoren an den denkmalgeschützten Wasserspendern. Am Sockel des Kepler-Denkmals, der versetzt wurde und jetzt in einer Reihe mit den neuen Bäumen steht, wird derzeit die Sandsteinverblendung angebracht. Das Abbild des Astronomen selbst soll laut Jürgen Katz wohl noch vor den Sommerferien frisch gereinigt wieder aufgestellt werden. Ansonsten sind die Handwerker damit beschäftigt, die unterschiedlichen Pflastersteine auf dem Marktplatz zu verlegen.

„Unser Ziel ist es, bis zum Herbst mit allem fertig zu werden“, so Jürgen Katz. Man liege insgesamt im Zeitplan und weiterhin im Kostenrahmen. Das ganze Projekt hat ein Volumen von rund 3,8 Millionen Euro. Die nächste größere Veranstaltung auf dem Platz könnte wohl der Weihnachtsmarkt sein, organisiert von Ehrenamtlichen mit Unterstützung der Stadt. Doch das ist wieder ein anderes Thema.

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