Märkte in Weil der Stadt Endlich wieder Leben im Städtle

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Offene Arm für die Kunst in Weil der Stadt. Foto: Jürgen Bach

Weil der Stadt - Endlich wieder Markt!“ – Das war am Wochenende an vielen Stellen im Zentrum von Weil der Stadt zu hören. Und es gab nicht nur einen, sondern gleich zwei traditionelle Publikumsmärkte, auf denen sich Besucherinnen und Besucher umschauen und Kartoffeln, Skulpturen und vieles mehr kaufen konnten.

Der Bauernmarkt am Samstag und der zweitägige Kunsthandwerkermarkt samt verkaufsoffenem Sonntag fanden in diesem Jahr am selben Wochenende statt, nachdem sie 2020 coronabedingt abgesagt werden mussten. Das Wetter spielte mit und lud viele Menschen zum Bummeln durch die Weiler Altstadt ein.

Feuerwehr kontrolliert 3G

Parkplätze waren am Samstagvormittag Mangelware – selbst auf den großen Flächen am Rand der Innenstadt, wo Wochenend-Einkäufer, Marktbeschicker und Besucher zusammentrafen. Bereits um 12 Uhr mittags bildete sich eine Schlange am Imbissstand vor dem Spitalhof. Bevor die Hungrigen und Besucher zum Bauernmarkt im Spitalhof eingelassen wurden, mussten sie Mitgliedern der Jugendfeuerwehr ihre Zertifikate entsprechend der 3G-Regel vorzeigen und sich registrieren lassen. Die jungen Feuerwehrleute kontrollierten die Besucher im Auftrag der Stadt, die den Bauernmarkt ausrichtete.

Einige Landwirte aus Weil der Stadt und Umgebung waren mit ihren Erzeugnissen vertreten, wie beispielsweise Nuber’s Obsthof aus Schafhausen, Haug’s Hof von den Stubenberghöfen und Martin Hettich aus Perouse. Wegen des schönen Wetters war auch das Bauernhof-Eis vom Heidehof in Merklingen gefragt.

Kälbchen und Küken

Bunte Wollsocken, Marmelade sowie Kaffee und Kuchen hatten die Landfrauen Merklingen-Hausen im Angebot. „Der Markt ist eine wichtige Einnahmequelle für uns“, sagte die Vereinsvorsitzende Henriette Schenk. Am Samstag war besonders der selbst gebackene Kuchen gefragt, denn: „Heute ist Einschulung der Erstklässler. Da kaufen manche bei uns Kuchen für die Familienfeier ein“, so Henriette Schenk. Apropos Kinder – deren Herz gewannen vor allem die Schafe, das Kälbchen und die Küken, die auf einem Bauernmarkt nicht fehlen dürfen.

Peter Reimer von der gleichnamigen Essigmanufaktur in Weil der Stadt war mit seinen Produkten zuletzt im März des vergangenen Jahres – kurz vor dem ersten Lockdown – auf einem Markt in Wimsheim vertreten. „Die Leute freuen sich, dass sie jetzt wieder hier sein können. Sie wollen den direkten Kontakt haben“, sagte er. Bei vielen stünden jetzt Gespräche im Vordergrund.

Dreimal verschoben

Umschauen und Gespräche führen waren auch wichtige Faktoren auf dem zweitägigen Kunsthandwerkermarkt, der sich von der Wiese vor dem Königstor entlang der Badtorstraße erstreckte und normalerweise im Juni stattfindet. Eine Einlasskontrolle wie beim Bauernmarkt war dort nicht möglich.

Aber ähnlich wie auf diesem Markt sind auch auf dem Kunsthandwerkermarkt mit etwa 50 Ständen weniger Beschicker als sonst gekommen, sagte der Organisator Thomas Hahn-Klinger. „Wir mussten dreimal verschieben, das war etwas chaotisch. Aber die, die kommen, freuen sich wie Bolle.“ Er sei froh, dass der Markt überhaupt genehmigt wurde.

Schmuck in vielen Varianten

Auch Corinna Gläss und ihre Schwester, das Perlenduo von der Glasperlen Manufaktur Stuttgart, freuen sich, dass bei diesem ersten Markt seit Corona wieder mit ihrem bunten Glasschmuck präsent sein können. „Allerdings werden unsere Glasperlen ja nicht schlecht, wir verkaufen halt nix“, sagte sie achselzuckend. Stände mit Schmuck in vielen Varianten gab es einige – dazu Holzprodukte, ausgefallene Kleidung, Lederwaren und Taschen, Keramik in vielen Farben.

Mit selbst hergestellten Farben aus Pflanzen arbeitet Anna Gruber-Schmälzle aus Weil der Stadt. Auf dem Markt präsentierte sie einige ihrer Bilder und ließ auch Gäste selbst malen. Kleine Künstler konnten sich mit Bambusstäben und Kabelbindern vor der Stadtmauer als Architekten betätigen und damit die DPSG-Pfadfinder Weil der Stadt unterstützen.

Kleine und große Skulpturen

Ein Publikumsmagnet für Jung und Alt waren die Überraschungskarten und Bastelbögen für Hampelfiguren von Steffen Mühlhäuser, der nach langer Pause wieder vor Ort war. Überhaupt zum ersten Mal vertreten war Oliver Ritter aus Salem. Der Bildhauer präsentierte kleine und große Skulpturen aus Bronze. „Gute Märkte sprechen sich herum“, sagte er und freute sich über die Resonanz. „Ich bin erstaunt, wie viel hier los ist“, so Oliver Ritter.

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