Lückenschluss Renningen Angst vor einem „Riesenklotz“ vor Renningen

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Foto: factum/Andreas Weise

Renningen - Es ist ein großer Stapel an Texten, ­Illustrationen und Zeichnungen, den die Renninger Interessengemeinschaft Burg-Hummelbaum-Kindelberg sich zusammengestellt hat. Sie alle haben ein Thema zum Inhalt: Den Lückenschluss im Bereich Renningen-Ost und die Frage, wie er an die B 295 angeschlossen wird. Denn ist der Lückenschluss erst mal fertig, wird es dort keine Ampel mehr geben. Im derzeitigen Plan ist eine weiträumige Überführung vorgesehen, die per Brücke über die Bundesstraße führt und in einem weiten Bogen wieder hinunter. „Viele sind sich darüber gar nicht bewusst, was das für ein Riesenklotz wird“, hat Gisela Bitzer, Mitglied der IG, im Gespräch mit anderen Mitbürgern die Erfahrung gemacht.

Seit die Pläne bekannt wurden, setzt sich die IG für den Bau einer Unterführung statt einer Überführung ein. Ihnen geht es um den Erhalt der Frischluftschneise, um Lärmschutz, das Vermeiden von Lichtverschmutzung sowie um das Renninger Landschaftsbild. Einen ersten Erfolg konnten sie verbuchen: Das Regierungspräsidium hat auf ihr Engagement hin die Möglichkeit einer Unterführung mittlerweile untersucht. Die Ergebnisse der Untersuchung werden am 24. September um 19 Uhr bei einem öffentlichen Informationsabend im Bürgerhaus vorgestellt. Die IG hofft nun, dass sich möglichst viele daran beteiligen. „Denn das Thema betrifft nicht nur unsere Wohngebiete, sondern alle Renninger“, sagt Regula Forth. Vermutlich sei das die letzte Gelegenheit, sich in diesem Umfang und direkt bei den Planern zu informieren. „Und es geht auch darum, Präsenz zu zeigen.“

„Das wird so nicht funktionieren“

Natürlich wäre es manch einem lieber, die Situation bliebe genau so, wie sie jetzt ist, weiß Forth: mit einer einfachen Kreuzung und einer Ampel. „Aber uns ist klar, dass das so nicht funktionieren wird. Das ist eine gefährliche Einmündung, und wir verstehen, dass da eine Lösung her muss.“ Nur sollte diese Lösung sich nicht allein an den Finanzen orientieren, sondern auch die Bürger im Blick haben. „Man kann davon ausgehen, dass das Bauwerk eine Höhe von sechs Metern haben muss, damit ein Laster drunter durchpasst“, so Gisela Bitzer. Die Folgen eines solchen Bauwerks treiben die IG nun schon seit mehreren Jahren um.

Da wären zum einen die Themen Lärm und Lichtverschmutzung. „Das Licht von den Scheinwerfern ist natürlich viel weiter zu sehen, wenn die Autos über eine Brücke fahren“, erklärt Wilhelm Schumm. „Und man kann davon ausgehen: So weit man ein Auto sieht, so weit hört man es auch“, ergänzt Regula Forth. Die Geräusche würden also viel weiter in die Stadt hineingetragen. „Ein Lärmschutz ist dort dann auch überhaupt nicht mehr möglich“, sagt Gernot Kaes.

Lärm und weniger Sicht

Hinzu kommt die Einschränkung im Bereich Naherholung. Der Blick von der Stadt bis zum Renninger See wäre in ­jedem Fall versperrt, sagt Regula Forth. „Und schon jetzt dringt viel Lärm vom Längenbühl hin­unter in dieses Naherholungsgebiet.“ Eine Autobrücke würde die Situation verschärfen. Ein wesentlicher Punkt in ihrer Argumentation ist zudem die Frischluftschneise durch das Renninger Becken, die durch eine große Brücke unterbrochen würde. „Es geht hier also auch im gesundheitliche Aspekte“, betont Gisela Bitzer.

Von der Bürgerinfo erhoffen sich die IG-Mitglieder nun Klarheit über viele wichtige Fragen wie die genaue Ausgestaltung der Varianten und die Kosten – und darüber, wann und wie eine Entscheidung über die Varianten gefällt wird. Der ­Lückenschluss ist ein Projekt des Bundes, der folglich die Entscheidungen trifft. ­Jedoch hat die Stadt, wie schon bei der Südrandstraße, die Möglichkeit, eigene Vorstellungen in die Planungen einzubringen. Es kann dann aber sein, dass sie die Kosten zum Teil übernehmen muss.

Kontakt: Wer sich für die Arbeit der IG Burg-Hummelbaum-Kindelberg interessiert, kann sich per E-Mail an ig_bhk_leonbergerstr@outlook.de wenden.

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