LKZ-Sommergespräche Megaprojekt Postareal

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Ein weiteres Megaprojekt ist das Postareal in der Innenstadt. Hier gibt es Aufregung, weil dafür die Bäume vor der ehemaligen Hauptpost wegkommen sollen.

Weiß: Der Grundfehler wurde schon bei der Ausschreibung gemacht, in der die Baum-Problematik nicht klar definiert wurde. So haben wir die Dimension erst erfahren als die Pläne fertig waren.

Pfitzenmaier: Da hätten die Fachleute aus dem Planungsamt dem Gemeinderat vorher sagen müssen, was der Investor vor hat. Jetzt muss ein Kompromiss zwischen Stadt und Investor gefunden werden.

Wie könnte der aussehen?

Weiß: Es muss ein Baum-Mehrwert entstehen. Das heißt, dass für jeden gefällten Baum zwei hochwertige Bäume gepflanzt werden müssen.

Wie finden Sie das Projekt insgesamt?

Weiß: Die Planung gefällt mir. Der Platz ist sehr attraktiv, das Konzept eines Supermarktes mit Öffnung zum Park hin hat Charme.

Pfitzenmaier: Allerdings sind wir mit der   Anlieferungssituation für die Märkte nicht zufrieden. Für eine Lösung brauchen wir noch etwas Zeit, ohne aber gleich alles in Frage zu stellen. So sollte eine zusätzliche Zufahrt von der Bahnhofstraße intensiv geprüft werden. Dann könnte der Verkehr aus Richtung Gebersheim direkt ins neue Gebiet hineinfahren.

Dann gäbe es auch Platz, die Eltinger Straße zweispurig zu machen, so wie es Oberbürgermeister Cohn angeregt hat.

Weiß: Für mich wäre die Reduzierung von vier auf zwei Spuren eine Option. Der Lkw-Verkehr soll nicht durch Leonberg fließen.

Pfitzenmaier: Aber der innerörtliche Verkehr muss fließen. Deshalb möchte ich noch einmal auf unser Konzept hinweisen, das immer wieder irreführend als „Pförtnerampel“ bezeichnet wird. Dabei ist es viel mehr: Durch eine Ampel am Orts­eingang wird der Stau aus der Stadt herausgehalten. Es ist doch besser, wenn die Autos außerorts stehen als mittendrin.

Ditzingen wird sich freuen, wenn die Leonberger ihren Verkehr einfach verlagern.

Weiß: So ist es ja nicht. Ein solches Konzept muss natürlich im Dialog mit den Nachbarn und auch mit dem Land umgesetzt werden. Wichtig ist, dass die Navis nicht mehr anzeigen, dass es sich lohnt, durch Leonberg zu fahren. Dann werden die Staus automatisch kleiner, auch jene vor den Stadtgrenzen.

Pfitzenmaier: Die größten Probleme bereitet ohnehin der Schwerlastverkehr. 1000 Lastwagen sind an einem Tag an der Sonnenkreuzung gezählt worden. Da kann mir keiner erzählen, die würden alle heimische Betriebe beliefern.

Weiß: Die Österreicher machen uns vor wie es geht. Die lassen Lkw erst gar nicht in die Orte rein,

Pfitzenmaier: Die Verkehrssteuerung ist freilich nur ein Baustein. Eine wichtige Option ist das Ein-Euro-Ticket für die Stadt. Das jetzt beschlossene Drei-Euro-Tages­ticket kann nur ein erster Schritt sein.

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