LKZ-Sommergespräche „Das Ziel ist der autofreie Marktplatz“

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Sichtbarer Ort des Ehrenamtes: Dieter Maurmaier (li.) und Thomas Slotwinski beim Sommergespräch in der Feuerwache. Foto: factum

Leonberg - Die Hauptfeuerwache in der Leonberger Römerstraße: Für Dieter Maurmaier nicht nur der zentrale Ort, von dem aus die meisten Rettungseinsätze gefahren werden, sondern auch ein Symbol für das Ehrenamt. Für den FDP-Fraktionsvorsitzenden ein idealer Platz für das LKZ-Sommergespräch.

Herr Professor Maurmaier, die Feuerwache ist eher eine ungewöhnliche Stätte für politischen Diskurs.

Aber ein Ort, an dem das Ehrenamt ganz stark sichtbar wird. Die Feuerwehr steht für das freiwillige Engagement im Sinne der Gemeinschaft, genau wie das Technische Hilfswerk, das Rote Kreuz und die zahlreichen Vereine in unserer Stadt.

Ein Plädoyer für mehr Unterstützung der ehrenamtlichen Institutionen?

Auf jeden Fall dürfen wir den Vereinen und Verbänden das Leben durch immer neue Vorschriften und Auflagen nicht noch schwerer machen, so wie das in der Vergangenheit bisweilen der Fall war.

Und finanziell?

Die Stadt fördert die Vereine gut, darin darf sie aber nicht nachlassen. Denn was in das Bürgerengagement investiert wird, kommt mehrfach zurück.

Direkt neben der Feuerwehr hat das Rote Kreuz seinen Sitz.

Das verstärkt die Symbolik fürs Ehrenamt noch mehr. Aber es gibt einen zweiten Grund, der die DRK-Zentrale interessant macht. Hier wird der neue städtische Verkehrsrechner installiert.

Ein Verkehrssteuerungssystem ausgerechnet bei einer Hilfsorganisation?

Das ist kein inhaltlicher Bezug, sondern hat mit den hier vorhandenen großen Datenleitungen zu tun.

Wie muss man sich einen Verkehrsrechner vorstellen und was macht der?

Der ähnelt einem Kleiderschrank. Damit kann, wie der Name schon sagt, der Verkehr entsprechend dem Aufkommen gesteuert werden. Die Ampeln werden koordiniert. Sind weniger Autos unterwegs, können die Grünphasen länger dauern. Das Vorrecht der Busse wird auch hier gesteuert.

Wann geht’s los?

Der eigentliche Rechner dürfte bis Ende Oktober aufgestellt sein. Um aber wirklich eine bessere Steuerung zu haben, brauchen wir neue Software-Programme. Die sind bisher noch gar nicht bestellt. Bis alles läuft, wird ein Jahr vergehen.

Was wird der größte Vorteil sein?

Wenn die Autobahn kollabiert, werden die Ampeln so gesteuert, dass nur wenig Verkehr in die Stadt hineinkommt.

Das schlägt auch die SPD vor.

Die Sozialdemokraten wollen den Verkehr ständig per Ampelsteuerung aus der Stadt heraushalten, wir nur bei Bedarf.

Ist denn nicht immer Bedarf?

Wenn die Autobahn funktioniert, ist es im Zentrum deutlich ruhiger. Da ist es sinnvoller, den Verkehr durch mehr Busse und ein besseres Radnetz zu verflüssigen.

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