LKZ-Sommergespräche Weniger Autos, mehr Grünflächen

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Kann sich Leonberg einen Ausbau des Nahverkehrs leisten?

Wenn wir es nicht machen würden, wäre eine Zunahme des Autoverkehrs mit all seinen negativen Folgen die Konsequenz. Um einen guten Nahverkehr zu finanzieren, muss das Auto teurer werden. In Singapur zum Beispiel kostet die Zulassung eines Autos sehr viel Geld. Deshalb überlegen sich viele Familien, ob nicht ein Wagen reicht.

Jetzt ist Singapur nicht das Paradebeispiel eines freien Staates.

Die Menschen können doch frei entscheiden. Es ist nur eine Frage des Geldes. Aber mal ganz ehrlich: Bei uns haben viele Haushalte drei oder mehr Autos. Ist das wirklich nötig?

Viele Menschen brauchen einen Wagen, um die täglichen Einkäufe zu machen.

Wenn wir wieder direkt vor Ort einkaufen könnten, dann wären Fahrten zu den großen Supermärkten nicht nötig. Und dann könnte man die Parkplätze in den Wohnvierteln deutlich reduzieren. Das schafft mehr Lebensqualität.

Für viele ist es Lebensqualität, den Wagen vor der Haustür zu parken.

Natürlich ist ein Umdenken nötig. Und Quartiersarbeit ist nötig, damit eine wohnortnahe Versorgung auch klappt.

Ein Schritt zur Nahversorgung wäre der Bau des Postareals.

Damit müssen wir definitiv beginnen. Aber mit viel Grün und Wasser und so wenig versiegelter Fläche wie möglich. Das ist gut fürs Stadtklima, weil es Abkühlung verschafft. Eine offene Bebauung eröffnet zudem neue Möglichkeiten für Festivitäten: Wir könnten mehr im Freien feiern, was in den Corona-Zeiten unumgänglich sein wird. Der Veranstaltungsmanager Nils Straßburg hat mit dem Leonpalooza-Festival vor der Stadthalle bewiesen, wie man einen komischen Platz beleben kann.

Die Diskussion um die Zukunft des Krankenhauses hat sich beruhigt.

Nicht zuletzt Corona hat bewiesen, dass wir Krankenhäuser in der Fläche brauchen. Gesundheitsminister Spahn liegt mit seinem Zentralisierungskurs falsch.

Die Station für den Rettungshubschrauber soll vom Krankenhaus wegkommen.

Das ist völlig unverständlich. Gerade wegen des Autobahndreiecks haben wir hier einen hohen Bedarf. Warum muss man immer das Bestehende in Frage stellen?

Das Gespräch führte Thomas K. Slotwinski

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