LKZ-Sommergespräche Über die Amtsführung des Oberbürgermeisters

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Für die Berliner Straße hat der Gemeinderat ein Quartier mit 25 Prozent bezahlbaren Wohnraum beschlossen. Jetzt hat der OB einen Investor an der Hand, der dort hochwertige Wohnungen bauen will.

Der Ratsbeschluss war ohnehin ein sehr schwer zustande gekommener Kompromiss. Es ist schon sehr erstaunlich, dass der OB nur wenige Monate später offenbar an spontaner Demenz leidet und nicht mehr weiß, was beschlossen wurde.

Ist das Kritik an seiner Amtsführung?

Herr Cohn prescht in vielen Gebieten vor. Dabei ist er nur ein Teil des Gemeinderates und ein Teil der Verwaltung. In Sachen Teamwork muss er noch einiges lernen. Seine Alleingänge bringen die Stadt nicht weiter, weil sie Kämpfe, aber keine Lösungen zur Folgen haben.

Dass er die Dezernate noch vor der Wahl der Bürgermeister im November neu strukturieren wollte, hat besonders harte, wie Sie sagen, Kämpfe ausgelöst.

Ich habe das im Vorfeld nur durch Zufall mitbekommen. Ich halte es für sinnvoll, dass Finanzen und Bauen die jeweiligen Schwerpunktressorts beider Stellen sind. Die Details kann man dann auf die tatsächlichen Amtsinhaber zuschneiden.

Wen wollen Sie wählen, die Stelleninhaber oder auswärtige Bewerber?

Mal schauen, wie viele Leute sich überhaupt bewerben. Auf solchen Positionen ist man ständig unter Beschuss und am Ende doch der Depp. Da muss man sich schon für berufen fühlen.

Das große Thema im Herbst wird die Finanzlage der Stadt sein.

Wir müssen sehr genau hinschauen, wofür wir künftig Geld ausgeben. Bei Vereinsprojekten muss es nicht immer die Goldrandlösung sein. So verstehe ich nicht, dass das neue Sportzentrum des SV Leonberg/Eltingen eine Sauna bekommt, obwohl wir eine öffentliche Sauna haben. Auch dass das Motorradtreffen Glemseck 101 öffentliche Gelder bekommt, lehne ich ab. Hier handelt es sich nicht einmal um einen Verein, sondern um eine private Gesellschaft.

Das Kürzen von Zuschüssen wird ohnehin nicht ausreichen.

Richtig. Ohne eine deutlich stärkere Unterstützung des Bundes wird keine Kommune künftig ihre Aufgaben bewältigen können.

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