Live-Streaming Was ist Twitch?

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Auch auf der Gamescom, der weltweit größte Messe für Computer- und Videospiele, ist Twitch vertreten. Foto: imago/Christian Mang

Stuttgart - Gaming ist schon längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Das Vorurteil des bleichen, introvertierten und unsportlichen Nerds, der den ganzen Tag nur vor der Konsole sitzt, ist überholt. Videospiele sind ein echtes Massenphänomen. Und um Teil dieser großen Gaming-Szene zu sein, muss man seit einigen Jahren nicht einmal mehr selbst zocken – den Live-Streaming-Portalen sei Dank. Eines dieser Portale, unumstritten wohl auch das bekannteste unter den Gamern, ist Twitch – auch bekannt als twitch.tv.

Wie funktioniert Twitch?

Auf Twitch haben Gamer die Möglichkeit, während des Spielens live zu streamen, andere Nutzer am eigenen Spielerlebnis teilhaben zu lassen und mit den Zuschauern zu interagieren. Ganz nach dem Motto: Einer spielt, andere sehen zu. Es gibt zwar auch Musik, Unterhaltungsshows oder Koch-Streams auf dem Portal, aber an vorderster Front stehen, als größte Traffic-Bringer der Seite, die Gamer mit ihren sogenannten Let’s Plays. Rund um die Uhr kann man sich Livestreams des eigenen Lieblingsspiels aus aller Welt ansehen. Die Streams werden meistens live verfolgt, es gibt jedoch auch aufgezeichnete Versionen, die nachträglich angesehen werden können. Die beliebtesten Spiele bei Twitch sind unter anderem Klassiker wie GTA, League of Legends, Call of Duty oder Minecraft.

Nutzer können neben dem passiven Zuschauen in einem integrierten Chat das Gesehene kommentieren und gegebenenfalls Fragen an den Streamer stellen. Genau diese Interaktion ist es, die aus einigen Hobby-Gamern plötzlich richtige Gaming-Größen gemacht hat, denn je unterhaltsamer ein Stream ist, desto mehr Zuschauer generiert er. Wie professionell ein Streamer ist, steht dann häufig nicht mehr an erster Stelle. Wobei es natürlich auch Profispieler auf der Plattform gibt. Millionen von Nutzern folgen beispielsweise den Szenegrößen aus Deutschland MontanaBlack, Papaplatte oder Gronkh.

So verdienen Streamer auf Twitch Geld

Grundsätzlich kann jeder einen Account auf Twitch erstellen und dort live Inhalte übertragen. Voraussetzung ist lediglich eine Spielekonsole und falls auf dem PC gespielt wird, ein Streaming Programm. Ähnlich wie auf Youtube können Nutzer ihren Lieblingsstreamern folgen, um keine Livestreams zu verpassen. Dieses Follow ist kostenfrei. Es gibt jedoch auch die Möglichkeit, Streamer finanziell zu unterstützen, durch eine Spende oder ein monatliches Abonnement zum Beispiel. Ein Abo bringt dem Nutzer dann einige Vorteile, wie keine Werbung mehr vor dem Stream. Auch Geld lässt sich also auf Twitch verdienen. Neben den bereits genannten Spenden und Abos, bekommen die besonders erfolgreichen Streamer Anteile der Werbeeinnahmen und können selbst im Stream Werbung schalten.

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Die Entstehungsgeschichte von Twitch

Ursprünglich war Twitch eine Art Spinoff des vom amerikanischen Yale-Absolventen Justin Kan gegründeten Streamingportals Justin.tv. Das Portal bemerkte, dass besonders die Gaming-Community Traffic, also Internetnutzer, auf die Seite zog und brachte 2011 ein Schwesterportal online, das den Fokus vor allem auf Videospiel-Streaming setzte. Twitch wurde daraufhin schnell zu einer der größten Plattformen für Gamer überhaupt und steht inzwischen auf Augenhöhe mit Internetgiganten wie Youtube und Google, was den Nutzerverkehr auf der Seite angeht. Das liegt sicherlich auch daran, dass das Portal unter anderem die meisten eSports-Turniere, also Wettkämpfe der weltweit besten Spieler, live ausstrahlt. 2014 wurde aus Justin.tv das Unternehmen Twitch Interactive. Und nur kurze Zeit später war Twitch Teil von Amazon. Stolze 970 Millionen US-Dollar musste der Konzern von Jeff Bezoz damals dafür bezahlen.

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