Linke in Leonberg Der beamtenorientierte Kreistag

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Sie gehören sowohl dem Kreistag als auch dem Gemeinderat an. Wo sind die Unterschiede?

Im Kreistag wird sehr stark nach Mehrheiten gegangen. Sprechen dürfen in aller Regel nur die Fraktionsvorsitzenden. Außerdem ist der Kreistag sehr beamtenorientiert. 

Wie meinen Sie das?

Die Sitzungen finden immer tagsüber statt. Ein normaler Arbeitnehmer muss sich für sein Ehrenamt immer Urlaub nehmen.

In Leonberg sind die Sitzung zumeist abends.

Das ist richtig. Allerdings habe ich seit Beginn der Pandemie den Eindruck, dass jeder nur noch seine eigene Suppe kocht. Das finde ich sehr enttäuschend. Wir wohnen doch alle in Leonberg und sollten gemeinsam das Beste für die Stadt erreichen wollen.

Ist das eine aktuelle Situationsbeschreibung?

Natürlich macht Corona etwas mit einem. Auch wird immer wieder auf die schwierige Zusammenarbeit mit dem Oberbürgermeister verwiesen. Aber man darf sich doch von einem einzigen Menschen nicht so beeinflussen lassen. Es heißt zwar immer, wir sitzen in einem Boot. Doch wenn alle in einem Boot sitzen, dann muss sich der einzelne auch zurücknehmen können.

Sommergespräche

Gitte Hutter
 wurde vor 45 Jahren in Leonberg geboren. Die Geschichte des römischen Senats erweckte ihr Interesse an Politik. 2014 trat sie den Linken bei und wurde gleich in den Gemeinderat gewählt. Auch fünf Jahre später gelang ihr der Einzug ins Stadtparlament. Dort ist sie eine Einzelkämpferin, hat durch ihre offene Art gute Kontakte zu den anderen Fraktionen. 2019 wurde Hutter überdies in den Kreistag gewählt. Beruflich ist sie bei Wüstenrot tätig, zuvor bei der Leonberger Bausparkasse.

Serie
 In den Ferien bitten wir die Fraktionen zum Interview. Den Ort bestimmen sie. Die Salz-Liste hat ein Gespräch abgelehnt.

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