Leonpalooza Ein Stelldichein der Hochkaräter

Von Thomas K. Slotwinski
In knapp sechs Wochen ist es wieder soweit: Dann steigt auf dem Bürgerplatz vor der Leonberger Stadthalle wieder das Sommerfestival Leonpalooza. Foto: Veranstalter

Leonberg - So manchen Künstler aus Übersee erreicht man nur in hierzulande nachtschlafender Zeit. Und deshalb hat Nils Strassburg in den vergangenen Monaten auch schon mal um 2 oder 3 Uhr in der Frühe zum Hörer gegriffen, um einen Auftritt klar zu machen.

Doch jetzt hat der Leonberger Veranstaltungsmanager alles im Sack: Das Programm für das zweite Leonpalooza-Festival vom 15. bis zum 25. Juli auf dem Bürgerplatz vor der Stadthalle steht. Und es ist nicht zu viel versprochen, wenn es schon jetzt mit dem Attribut „hochkarätig“ bezeichnet wird. Ob Ben Becker, Heinz Rudolf Kunze, die Söhne Mannheims oder die Spider-Murphy-Gang: Es kommen Hochkaräter nach Leonberg.

„Leonpalooza hat sich einen Namen gemacht“, begründet Strassburg die „intensive“ aber letztlich erfolgreiche Suche nach Künstlern, die Strahlkraft haben, aber dennoch bezahlbar sind. „Es gab immer wieder Änderungen“, sagt der Veranstaltungsmanager, der als überregional bekannter Elvis-Interpret über gute Kontakte in der Branche verfügt. „Ich habe den kompletten Markt sondiert und geschaut, was geht.“

Herausgekommen ist ein kompaktes Zehn-Tage-Programm, das seinen Charakter als entspanntes Kulturereignis mit Wohlfühleffekt beibehält. Denn die Atmosphäre war ein ganz wesentlicher Aspekt, der bei der Premiere vor einem Jahr mit für den Erfolg verantwortlich war.

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Zuschauermassen waren im ersten Corona-Sommer ohnehin nicht möglich. Also hatten Strassburg, sein Team von der Stadthalle und das Citymanagement aus der Not eine Tugend gemacht. Maximal 250 Gäste pro Abend waren erlaubt. Die saßen auf zu Zweiersofas umfunktionierten gepolstert Paletten, jeweils mit einem Beistelltisch versehen.

Auf dem war Platz für Getränke oder einen Snack. Das Team des Stadthallen-Restaurants Corfu Palace kümmerte sich um den kulinarischen Aspekt der Kulturabende. Ging es doch ums Wohlfühlen und Genießen: Klasse statt Masse.

Und noch eine interessante Erkenntnis brachte die Premiere des Leonpalooza-Festivals mit sich: Der Vorplatz der Stadthalle, offiziell Bürgerplatz genannt und zumeist als Parkfläche missbraucht, ist eine hervorragende wie zentrale Örtlichkeit für kleinere Kulturereignisse und ähnliche Veranstaltungen.

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Dieses Grundprinzip wird auch bei der Neuauflage von Leonpalooza beibehalten. Nur die Zuschauerfläche wird durch ein Verschieben der Bühne auf bis zu 300 Gäste ausgeweitet. Dass die jeden Abend kommen werden, daran hat Nils Strassburg keinerlei Zweifel: „Der Vorverkauf ist super angelaufen“, freut sich der geistige Vater des Festivals. „Normalerweise treten die Künstler vor mehr als 1000 Zuschauern auf. Wir haben hier ein echtes Hautnah-Gefühl.“

Der Veranstaltungsmanager verhehlt nicht, dass viele Künstler durch die Pandemie kaum Auftrittsmöglichkeiten haben. Das bedeutet aber nicht, dass jeder jedes Angebot annimmt. „Ben Becker zum Beispiel, der hat einfach seinen Preis“, plaudert Strassburg aus dem Nähkästchen. „Den können wir nicht bezahlen. Da muss ich schon ein bisschen pokern.“

Ben Becker und die Spider-Murphy-Gang

Der Leonberger Cheforganisator hat offensichtlich gut gepokert. Denn neben Becker (20. Juli) kommen etliche musikalische Schwergewichte. Bei den Söhnen Mannheims, die zum Auftakt am 15. Juli spielen, ist der wegen rechter Aussagen umstrittene Xavier Naidoo nicht dabei, wie Strassburg betont.

Michael Mittermeier verstärkt am 16. Juli den Stuttgarter Comedy Clash. Eine interessante musikalische Begegnung dürfte auch der gemeinsame Auftritt von Heinz Rudolf Kunze und Pe Werner am 18. Juli sein. Scharfe satirische Spitzen sind vom preisgekrönten Kabarettisten Florian Schroeder am 19. Juli zu erwarten.

Ob es in Leonberg auch einen Skandal im Sperrbezirk gibt, überprüft die Spider-Murphy-Gang am 21. Juli. Eine der Höhepunkte des vergangenen Festivals war der Auftritt der Stuttgart Burlesque Revue. Am 22. Juli gibt es ein Wiedersehen.

Besonders stolz ist Nils Strassburg, dass Naturally 7 am 23. Juli von New York nach Leonberg kommt. Die Band spielt ohne Instrumente, bietet aber viel mehr als eine klassische Acapella-Band, versichert der Festivalmacher. Krönender Schlusspunkt von Leonpalooza ist das Konzert von Cassandra Steen am 25. Juli.

Karten gibt es unter leonpalooza.de oder reservix.de, die Vorverkaufsstelle (Stadthalle) ist von Montag bis Mittwoch von 10 bis 16 Uhr und donnerstags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Vorverkaufsstellen sind auch der i-Punkt im Leonberger Rathaus und das Musikgeschäft Tonleiter.

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