Leonberger Pferdemarkt Der letzte Rest vom großen Fest

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Nach dem Umzug säumen Papierschnipsel die Altstadtstraßen. Foto: factum/Granville

Leonberg - Fast schon wie ein roter Faden ziehen sich die Papierstreifen die Strecke entlang: Die Warmbronner Feuerwehr hat für ihren Themenwagen zum Pferdemarkt-Umzug symbolisch die Gutachten der vergangenen Jahre geschreddert und sie wie Konfetti auf die Straße heruntergeworfen. Da kann das Papier aber nicht liegen bleiben. Immerhin muss die Strecke von der Berliner über die Römer- und Eltinger Straße bis zur Altstadt so schnell wie möglich wieder für den Verkehr freigegeben werden.

Drei Kehrmaschinen und unzählige Helfer

Und so fahren am Ende des Umzugs die „Besenwagen“ des städtischen Bauhofs. Drei mit Ladefläche, zwei kleine Kehrmaschinen der Stadt und eine große, die angemietet wurde. Dazu sind allerlei Helfer unterwegs, wie etwa Volkmar Hubbes. Immer wieder springt er in die Beete, kehrt Schnipsel auf die Straße, damit die Kehrmaschinen diese aufkehren können, oder sammelt Verpackungen aus Karton und Plastik ein. Nach nicht einmal 100 Metern Fahrt liegt schon einiges auf der Ladefläche eines der Autos. „Da kommt noch eine Menge drauf, vor allem ‚Geld’“, sagt der Fahrer. Gerade in dem Bereich der Berliner Straße, wo sich die Gruppen für den Umzug aufstellen, finden die Bauhofmitarbeiter jede Menge Pfandflaschen. So auch rund um die Agip-Tankstelle. „Wir machen vielleicht eine Stunde gutes Geschäft. Gekauft werden vor allem Getränke, heiß wie kalt“, sagt die Kassiererin. Die meisten kämen jedoch, um die Toilette zu nutzen. „Was würden die machen, wenn es uns nicht gäbe?“

Roter Glitzer auf dem Grünstreifen

Nebendran ziehen die Kehrwagen ihre Kreise. Doch nicht alles ist für sie erreichbar. Im Grünstreifen neben der Berliner Straße tauchen immer mehr rote Glitzerschnipsel auf. Die müssen vorerst liegen bleiben, die Straßenreinigung geht vor. „Wir hatten im Pomeranzengarten nach einem Wochenende mal jede Menge roter Glitzerherzen. Es hat ewig gedauert, bis wir die aus den Beeten hatten“, berichtet Volkmar Hubbes, der gemeinsam mit seiner Frau Jana hauptsächlich das Leonberger Aushängeschild pflegt.

Immer wieder muss der Sicherheitsdienst die Zuschauer von der Straße auf den Gehweg zurückdrängen, damit die Kehrmaschinen ihre Arbeit tun können. Je mehr sich der Tross dem Neuköllner Platz nähert, desto mehr Zuschauer sind noch an der Strecke. Ein Vater fragt die Bauhofmitarbeiter: „Habt ihr noch Süßes?“ Doch die Zuschauer haben bereits alles vom Boden aufgeklaubt. Nach dem Leo-Center zieht der Umzug den Reinigungskräften dann davon. Hier ist die Straße so breit, dass mehrere Schleifen gefahren werden müssen. Der wichtigste Verkehrsknotenpunkt der Stadt soll schnellstmöglich für den Verkehr freigegeben werden. Erst danach nähert sich die Putzkolonne der Altstadt.

Warmes Wetter erleichtert die Arbeit

„Das ging sehr schnell heute“, sagt die Bauhofleiterin Annett Mally. Auf eine Kehrmaschine mehr kann sie in diesem Jahr zurückgreifen. „Und wir mussten keinen Winterdienst machen. Dafür hätten wir den Unimog umbauen müssen.“ Über zu wenig Arbeit müssen sie und ihre 38 Mitarbeiter sich nicht beklagen. Sie sorgen für den ganzen Auf- und Abbau rund um den Pferdemarkt, von der Altstadt bis zum Reiterstadion, vom Umleitungsschild bis zu den Absperrungen. Der Pferdemarkt-dienstag beginnt für sie um 5 Uhr morgens, wenn die ersten Pferdetransporter eintreffen. „Und am Mittwoch sind wir ab 5 Uhr morgens dabei, die Pferdeäpfel rund ums Reiterstadion aufzukehren“, sagt Mally.

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