Leonberger Blickwinkel Was passiert rund ums Reiterstadion?

Von Thomas K. Slotwinski
Bei der Neugestaltung der Leonberger Innenstadt darf das Areal um das Reiterstadion nicht vergessen werden, kommentiert Thomas K. Slotwinski. Foto: factum/Jürgen Bach

Leonberg - Kaum ein Thema treibt die Leonberger Kommunalpolitiker derart um wie die Entwicklung der Innenstadt. Während die Ortsteile ihren dörflichen Charakter weitgehend behalten sollen und allenfalls moderate Neubaugebiete geplant sind, stehen im Leonberger Zentrum tief greifende Veränderungen an.

Ein neues Quartier auf dem jetzigen Postareal ist ein wichtiger Meilenstein, um die zerrissene Innenstadt besser zu verbinden. Aber das Projekt, mit dem im Herbst konkret begonnen wird, ist nur ein Teil eines großen Komplexes, den Oberbürgermeister Martin Georg Cohn gerne mit dem Begriff „Stadt für morgen“ umschreibt.

Was passiert mit dem grünen Band?

Neben der nach wie vor offenen Frage, wie der Verkehr zwischen Eltingen und dem Haldengebiet künftig organisiert werden soll, gibt es einen weiteren Aspekt, der für die Qualität der Stadt von entscheidender Bedeutung ist: das sogenannte grüne Band durch die Stadt.

Dessen Verlauf ist klar. Es beginnt an der alten Autobahntrasse, die als Landschaftspark der Erholung, aber weniger dem Vergnügen dienen soll. Und es endet in der Altstadt. Spannend ist, was zwischendrin passiert. Dass der Stadtpark als grüne Lunge der Kernstadt weitgehend unangetastet bleibt, scheint unstrittig. Daran würde auch ein möglicher Neubau der Stadthalle nichts ändern.

Was passiert rund um das Reiterstation?

Sehr viel interessanter ist, was in dem Bereich Reiterstadion und Parkplatz Steinstraße passiert. Dass diese Ecke so nicht bleiben kann, ist keine neue Erkenntnis. Gerade das Reiterstadion, in normalen Zeiten einmal im Jahr während des Pferdemarktes bespielt, gammelt ansonsten vor sich hin.

Es gibt Pläne für Sport, Spaß und Spiel in diesem Bereich. Doch die Angst vor verärgerten Anwohnern, denen der ruhige Platz natürlich sehr angenehm ist, und die Angst, womöglich die heilige Kuh Reiterstadion zu schlachten, sprich abreißen zu müssen, hat bisher jedwede Umsetzung verhindert.

Der angrenzende Parkplatz ist samstags für den Markt reserviert. Ein Großteil der Kundschaft, der es um einen schnellen Einkauf mit besten Parkmöglichkeiten geht, ist dieser Standort sehr recht. Entsprechend haben auch die Händler kein Interesse daran, auf dem eigentlichen Marktplatz ein neues Geschäftsmodell zu praktizieren: den Markt als Wohlfühlort, in dem Kaufen und Genießen Hand in Hand gehen – so wie es in den meisten Städten üblich ist.

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Coronabedingt ist ein Teil dieses Ansatzes in der Steinstraße jetzt praktiziert worden: weniger Parkplätze, dafür mehr Raum für die Menschen. Nicht nur die Grünen sind angetan und haben im Sommergespräch die Frage aufgeworfen, wie dieser Erlebnischarakter noch verstärkt werden kann. Ein Ansatz, der auch ein sich änderndes Marktpublikum anspricht. Frische und regionale Produkte brauchen ein anderes Ambiente.

Dass der Parkplatz nicht so bleiben kann, wie er ist, hat Baubürgermeister Klaus Brenner schon mehrfach betont. In der Diskussion über die „Stadt für morgen“ dürfen diese Bereiche nicht vergessen werden.

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