Leonberg Wenn sich positiv Bekloppte treffen

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Nur beim Testlauf hat Landrat Roland Bernhard (hinten) das Nachsehen gegen Jürgen Hauber in historischer Uniform. Foto: factum/Granville

Leonberg - Ins kalte Wasser geworfen zu werden, muss nicht unbedingt bedeuten, dass man einen Temperaturschock bekommt. Obwohl noch nie zuvor auf einem Motorradtreffen, bekam unser lokaler Sportreporter den Auftrag, vom Glemseck 101 zu berichten.

Das Motorsport-Interesse ist da, der Führerschein Klasse A auch. Doch was am Sonntag im Glemseck wartet, übertrifft die Erwartungen deutlich. Es war größer, lauter und voller als vorgestellt. Umgeben von Motorradfans aus ganz Deutschland und den umliegenden Nationen erscheint es wie ein Cityroller im Rennen gegen eine Harley Davidson. Doch wie die Motorräder beim Start der verschiedenen Rennen, geht es langsam auf Betriebstemperatur.

Anreise: Auto kontra Motorrad

Bereits bei der Anreise gibt es einen Vorgeschmack, warum das Glemseck 101 das größte markenunabhängige Motorradtreffen Europas ist. Das Auto wird von zahlreichen Motorrädern überholt, die auch noch deutlich näher ans Gelände ranfahren dürfen. Vorbei an mehreren hundert Motorrädern geht es durch die Menge in Richtung Pressetribüne. Neben den üblichen Verkaufs- und Verpflegungsständen haben die Besucher auch die Möglichkeit, sich die Haare schneiden oder ein Foto gemeinsam mit einem Grid-Girl auf einem Motorrad schießen zu lassen. Von Souvenir- und Ausrüstungsverkäufern über Tuningwerkstätten und Fahrschulen bis hin zur Zulassungsstelle Böblingen und der Stadt Leonberg sind Stände aller Art vertreten.

Echte Rock’n’Roll-Atmosphäre

Die Besucher tauschen sich aus, schwelgen in Erinnerungen, bewundern die auffälligsten und einzigartigsten Gefährte und schießen Fotos. Ein Motorrad zieht beispielsweise einen Anhänger mit Königsthron hinter sich her. Der Beifahrer macht es sich in einem Holzboot bequem. Natürlich geht es auch darum, sich zu zeigen: Einige fahren mit ihren Bikes durch die Menge oder präsentieren bei Burnouts stolz die Leistungsfähigkeit und Lautstärke des Motors. Die Geräusche, der Geruch von Benzin, die laute Musik, die Ansagen aus den Lautsprechern, die tätowierten Fans in Motorradkleidung: All diese Dinge sorgen für Rock ’n’ Roll-Atmosphäre.

Auf der Tribüne vor dem Verkehrsübungsplatz angekommen, stehen die Rennen der 101 Fireflies 50ccm an. Das ist die sogenannte Schnapsglasklasse. Es duellieren sich umgebaute Rennmaschinen und aufgemotzte Mopeds. Ein kleiner, kniehoher Flitzer, der mit waagerechtem Oberkörper gefahren wird sowie ein Gefährt im Vikinger-Look, inklusive Fell und Hörnern auf dem Helm des Fahrers, stechen ins Auge.

Der Moderator und Organisator Jörg Litzenburger sorgt für die entsprechende Stimmung. Am Ende setzte sich Rico auf der Bianchi durch, kurz vor dem Start des Finals verliert er ein wenig Sprit. „Die Italienerin ist nervös“, kommentierte Litzenburger süffisant.

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