Leonberg Landrat 2 – Polizei 0

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„Hätte ich gewusst, dass er am Mittwoch 60 geworden ist, dann hätte ich ihm ein Geschenk gemacht“, sagt Roland Bernhard. Der Böblinger Landrat freut sich dennoch sehr über seinen Sieg im Eröffnungsrennen des Glemseck 101 gegen Jürgen Hauber. Dass der Polizeioberrat und Präventionsbeauftragte im Polizeipräsidium Ludwigsburg tatsächlich schon 60 ist, sieht man ihm überhaupt nicht an.

Mit hochroten Wangen sitzt er gemeinsam mit dem Landrat im Biergarten und gönnt sich ein Bier. Die Abkühlung und die Flüssigkeit tun gut. „Die Polizeimontur ist nämlich überaus atmungsaktiv“, scherzt Hauber, der das erste Sprintrennen des Tages in einer Original-Polizeiuniform aus den 50er und 60er Jahren bestritten hat. „Ich habe zwei Jahre gebraucht, um sie zusammenzusuchen“, erzählt der Polizist. Dass er überhaupt eine Montur in seiner Größe gefunden hat, sei schon ein kleines Wunder. „Die meisten Motorradpolizisten damals waren klein und untersetzt.“ Er dagegen ist groß und schlank. Bei der Suche hätten ihm viele Kollegen geholfen.

Auf zwei Polizeimotorrädern auf die Strecke

Stilecht ist er auf einem Polizeimotorrad aus dem Jahr 1962 unterwegs gewesen, das das Präsidium Stuttgart zur Verfügung gestellt. Im vergangenen Jahr hatte er damit noch das Nachsehen gegen den „rasenden Pfarrer“ Jürgen Schwarz. „Der hatte auch 100 PS unter dem Hintern und Unterstützung von oben“, meint Jürgen Hauber gut gelaunt. Deswegen hat er in diesem Jahr für ein ausgeglichenes Kräfteverhältnis gesorgt – und hat dem Landrat Bernhard das gleiche Zweirad besorgt: eine BMW R50, nur aus dem Jahr 1961. Zur Verfügung gestellt von einem privaten Sammler. „Alte Motorräder der Polizei sind durchaus Sympathieträger für uns“, meint der Polizeioberrat.

Für den VW Käfer reichte es

Auch der Böblinger Landrat Roland Bernhard hatte viel Spaß mit der historischen Maschine. Immerhin hat sie ihm beim vierten Start den zweiten Sieg beschert. „Das war wirklich ein bisschen, als würde man vor der Polizei flüchten“, scherzt der Kreischef. Jürgen Hauber ging dagegen zum zweiten Mal leer aus. Im Probelauf hatte er den besseren Start erwischt, dann beim eigentlichen Rennlauf sackte ihm die Maschine am Start ab. „Aber es ist kaum zu glauben, dass diese Maschinen nach mehr als 50 Jahren noch so gut loskommen“, meint Jörg Litzenburger aus dem Glemseck-Organisationsteam. „Die Polizei war damals nicht so schnell. Aber ich glaube, die Gangster auch nicht“, scherzt er.

Damit hat er wohl recht. Denn zum Rennen gewinnen waren sie auch nicht gebaut, erklärt Jürgen Hauber: „Die Räder damals waren stabil und zuverlässig. Echte Arbeitstiere eben. Und für einen VW Käfer hat es allemal gereicht.“ Ulrike Otto

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