Leonberg Warntag: Übung für den Katastrophenfall

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„In Leonberg gibt es keine entsprechenden Sirenen, die auslösen werden“, sagt Tom Kleinfeld, der Pressesprecher der Stadt. Foto: dpa/Stephan Jansen

Leonberg - Um 11 Uhr am morgigen Donnerstag wird es soweit sein: Vielerorts gehen Sirenen an, Radio- und Fernsehsender unterbrechen ihr Programm und Warn-Apps wie Nina, die Notfall-Informations- und Nachrichten-App des Bundes, versenden Nachrichten. Am ersten bundesweiten Warntag wird für etwa 20 Minuten der Ernstfall simuliert.

Auch im Altkreis sind dabei Sirenen zu hören, etwa in Friolzheim und Wimsheim, wie die Verwaltung des Enzkreises mitteilt. Das bundesweit einheitliche Sirenensignal für die Warnung ist ein einminütiger auf- und abschwellender Heulton. „In Leonberg gibt es keine entsprechenden Sirenen, die auslösen werden“, sagt Tom Kleinfeld, der Pressesprecher der Stadt.

Vielerorts gibt’s keine Sirenen mehr

„In Weissach und Flacht wird es bei ‚Hosentaschenalarmen’ bleiben“, vermeldet der dortige Ortsverein des Roten Kreuzes. In der Strudelbachgemeinde gibt es schlicht keine Sirenen mehr. Doch es muss nicht unbedingt leise bleiben. Denn auch mit Lautsprecherdurchsagen in den Straßen ist zu rechnen. Dennoch sind die Einsatzkräfte allerorten gespannt, wie die Aktion ablaufen wird.

Warum die wichtig ist? „Ziel ist es, dass Sie sich mit der Warnung in Notlagen auskennen und wissen, was nach einer Warnung zu tun ist“, teilt die Feuerwehr Renningen mit. Es ist also eine Probe für den Ernstfall. Mit dem hat man in der Rankbachstadt schon Erfahrung. Denn die jüngste Gefahrenlage im Kreis Böblingen war bei der Trinkwasserverunreinigung in diesem Juli. „Wenn Gefahr droht, sind frühzeitige Warnungen der Bevölkerung besonders wichtig. Voraussetzung dafür ist, dass die Bürgerinnen und Bürger mit dem Warnsystem vertraut sind“, erklärt dazu Carsten Sorg, der Kreisbrandmeister im Enzkreis.

Eine Übung für die Bürger

Eine Warnung der Bevölkerung könne beispielsweise bei Naturgefahren wie Hochwasser, Überschwemmungen, gefährlichen Wetterlagen oder Waldbränden erfolgen. Auch bei Unfällen in Chemiebetrieben oder bei Austritt von radioaktiver Strahlung beziehungsweise biologischen Giften könne es nötig sein, dass die Bevölkerung schnell gewarnt und informiert werden muss.

Immer wichtiger würden dabei auch digitale Medien, heißt es aus dem Böblinger Landratsamt. Hier setzt man auch auf die Nina-App. „Sie warnt bei entsprechenden Gefahrenlagen und gibt Hinweise zum richtigen Verhalten im Umgang mit der Gefahr“, schreibt das Landratsamt dazu. Die App sei kostenlos und der Warntag eine gute Gelegenheit, sie zu testen und sich mit der Funktionsweise vertraut zu machen.

Entwarnung per durchgehendem Heulton

Um 11 Uhr am Donnerstag wird zentral über das Modulare Warnsystem des Bundes der Probealarm ausgelöst. Daran angeschlossen sind zahlreiche Medien wie Rundfunk- und Fernsehsender, Warn-Apps oder elektronische Hinweisschilder. Wo vorhanden, werden in den Kommunen Sirenen ausgelöst. Gegen 11.20 Uhr soll der Alarm dann beendet sein. Für die Entwarnung wird dann ein einminütiger durchgehender Heulton aus den Sirenen erklingen.

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