Leonberg Vier Generationen schaffen am edlen Tropfen

Von Arnold Einholz
Fritz (links) und Michael Illig setzen auf Bewährtes und somit auf Qualität. Foto: privat

Leonberg - Die Qualität des Weins bestimmt der Weinberg und nicht der Keller“, sagt Fritz Illig. Der Diplom-Ingenieur für Weinbau und Getränketechnologie muss es wissen. Denn seit 100 Jahren ist der Eltinger Weinhof Illig in den Händen seiner Familie .

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts hat die Familie Illig in Geddelsbach, heute ein Ortsteil von Bretzfeld im Hohenlohekreis, ein Weingut betrieben. Der erste Weltkrieg verschlug Küfermeister Christian Illig nach Eltingen, wo er Berta Böhmler heiratete und 1918 den Weinhof Illig gründete.

Im Jahr 1950 entstand unter der Regie des Gründers in der Hindenburgstraße das neue Kellereigebäude, und Sohn Hermann Illig und seine Frau Else übernahmen die Firma. 1976 übergab Hermann das Unternehmen an den heutigen Senior-Chef Fritz.

Erzeuger schließen sich zusammen

Gemeinsam mit Ehefrau Elisabeth war Fritz Illig vorher schon im Rheingau tätig gewesen und wollte in dem Familienbetrieb seine Vorstellung von Spitzenqualität verwirklichen. So gründete er 1979 mit etwa 20 Weingärtnern aus dem Raum Heilbronn eine Erzeugergenossenschaft.

„Das sind zum Teil Winzer, die ich von Kindesbeinen an kenne und die schon mit ihren Großvätern und Vätern bei uns im Haus waren.“ Sie haben alle eines gemeinsam: die besten Lagen von Erlenbach bis Verrenberg. Denn Fritz Illig weiß aus Erfahrung, dass die Lage die Qualität des Weins bestimmt. Fritz Illig steuert die gesamte Produktion, vom Anbau der Reben, über die Pflege im Weinberg, bis zur Lese im Herbst.

Der Senior-Chef Fritz Illig ist Diplom-Ingenieur für Weinbau und Getränketechnologie, Sohn Michael hat den Weinküfer-Meister in der renommierten Weinbauschule in Weinsberg gemacht. Beide sind mit Leib und Seele Winzer. Sie haben selbst zwar keinen Weinberg, erzeugen jedoch Weine von höchster Qualität.

Im Herbst fahren die Illigs mit ihrer mobilen Traubenannahmestation in die Weinberge. Die von Stiel und Stängel getrennten Trauben werden gemahlen und dann als so genannte Traubenmaische nach Leonberg befördert und gekeltert. „Wir sehen vorher jede Traube, die in unserer Kelter landet, und wir bauen sie dann so aus, wie sie es braucht. Dann können wir entscheiden, in welchem Fass sie zum Wein heranreifen kann“, sagt Fritz Illig. Jeder Jahrgang habe seinen eigenen Charakter. Und den gelte es zu finden. In der Kellerei lagern die Weine von etwa 15 Rebsorten.

Holzfassreife macht es besonders

„Wir bauen den Wein nur im Holzfass aus“, ist Sohn Michael stolz. Die Krönung bei den Rotweinen bilde seit jeher die Holzfassreife. „Es gibt kein Verfahren, das an die Holzfassreife herankommt. Die ist allerdings aufwendiger. Mit der neuen Technik lässt sich viel machen, aber wer Qualität will, der greift auf Altbewährtes zurück.“ Das würden auch die Verbraucher schätzen, ist Michael Illig überzeugt, der als Kellermeister in der vierten Generation voll im Betrieb integriert ist.

Da Deutschland in Sachen Rotwein einen guten Ruf in Europa hat, stehe man auch europaweit ganz gut da, sagt Michael Illig. Der Ausbau der Weine wird nach traditionsbewussten Maßstäben durchgeführt. So wird jede Sorte individuell gepflegt und besonders bekömmlich ausgebaut. Die Krönung bildet bei den Rotweinen heute noch wie vor 90 Jahren die Holzfassreife. Außerdem werden generell nur Erzeugerabfüllungen erzeugt.

Allein in den vergangenen Jahren wurden die Illig-Weine bei der deutschen Meisterschaft der Weine, der Bundesweinprämierung mit 47 goldenen, 44 silbernen und 21 bronzenen Preisen ausgezeichnet. Seitmehr als 20 Jahren wird der Betrieb mit seinen Weinen ununterbrochen im Buch der deutschen Spitzenweine geführt. Die Illig-Weine werden nicht nur an 210 Fachläden geliefert und von mehr als 4000 Privatkunden und der gehobenen Gastronomie in Deutschland geschätzt. Die edlen Tropfen haben auch viele Freunde in England, Amerika, Südafrika und Japan.

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