Leonberg Strahlentherapie am Krankenhaus geplant

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Auf der Wiese neben dem Krankenhaus könnte in gut einem Jahr ein hochmodernes Zentrum für Strahlentherapie eröffnen. Foto: factum/Granville

Leonberg - Leonberg bekommt ein hochmodernes Zentrum für Strahlentherapie. Das bestätigte Josef Hoehn, der Geschäftsführer der Gesellschaft für Interdisziplinäre Strahlentherapie (ISP), am Donnerstag unserer Zeitung. Das Unternehmen, das Niederlassungen in Böblingen und in Niefern-Öschelbronn betreibt und unter anderem mit dem Klinikverbund Südwest kooperiert, will 6,5 Millionen Euro investieren.

„Die Entscheidung zugunsten von Leonberg ist definitiv gefallen“, sagt ­Hoehn. Offen sei lediglich, ob das Zentrum für Strahlentherapie direkt neben dem Krankenhaus gebaut wird oder im künftigen Gewerbegebiet Leo-West. Rein medizintechnisch sei die Krankenhausnähe nicht zwingend geboten, erklärt der ISP-Chef. Trotzdem würde eine Nachbarschaft von Krankenhaus und Strahlentherapie natürlich sehr gut passen.

Dafür müsste allerdings der Landkreis einen Teil seines Areals zur Verfügung stellen. Der gesamte Bereich mit dem Krankenhaus und dem Berufsschulzentrum in der Rutesheimer Straße gehört dem Kreis.

Der Landrat will die freie Fläche aktivieren

Die Chancen dafür stehen indes nicht schlecht. „Wir möchten eine freie Fläche neben dem Krankenhaus zum Wohle der Bevölkerung aktivieren“, hatte Landrat Roland Bernhard am Mittwochabend vor Journalisten angekündigt. Details wollte er aber noch nicht nennen.

„Eine mögliche Flächennutzung muss natürlich mit dem Krankenhaus zusammenpassen“, präzisierte der Landratsamtssprecher Dusan Minic am Donnerstag auf Nachfrage unserer Zeitung. „Ein gesundheitsaffines Thema bietet sich an.“ Es bedürfe allerdings noch der genaueren Abstimmung zwischen Kreis und Stadt.

Kommunalpolitische Insider gehen allerdings davon aus, dass der Standort am Krankenhaus bei allen Beteiligten Priorität genießt. Und auch der Investor fühlt politischen Rückenwind: „Ich habe unsere Pläne dem Gemeinderat vorgestellt“, erklärt Josef Hoehn im Gespräch mit unserer Zeitung. „Die Zustimmung war sehr groß.“

Angesichts steigender Zahlen, Hoehn spricht von jährlich mehr als 1000 Krebspatienten allein in Niefern-Öschelbronn, sei eine Erweiterung dringend geboten.

Den Ausschlag für Leonberg hätte letztlich die medizinische Konkurrenzsituation gegeben. „Wir haben sehr viele onkologische Patienten, die wir in Böblingen an das Robert-Bosch-Krankenhaus und andere Stuttgarter Kliniken verloren haben“, erklärt Hoehn. „Die wollen wir mit einem Strahlentherapiezentrum in Leonberg halten.“ Die große Innere Klinik mit Darm-Zentrum und Bauchchirurgie sowie das Brustzentrum im hiesigen Krankenhaus würden für eine erfolgreiche Kooperation und eine optimale Patientenversorgung bestens passen.

Auch ein Linearbeschleuniger wird kommen

Josef Hoehn verspricht modernste Medizintechnik. Bei den Behandlungsmaschinen handele es sich um sogenannte Linearbeschleuniger. Die Strahlung durchdringt dabei das gesunde Gewebe und entwickelt ihre therapeutische Wirkung erst im Tumor selbst. Schnitte und Narkosen seien nicht mehr nötig. Daher könnte die Behandlung ambulant durchgeführt werden. Nur in Ausnahmefällen müssten die Patienten im Anschluss stationär ins Krankenhaus.

„Neben Heidelberg und Stuttgart haben wir dann in Leonberg die modernste Strahlentherapie von ganz Baden-Württemberg“, kündigt der ISP-Chef an.

Und die soll sehr schnell kommen. Schon im September, so hofft Hoehn, könnte der erste Spatenstich erfolgen. Die Eröffnung ist ein Jahr später geplant. „Wir brauchen nur noch die Genehmigungen“, sagt der Gesundheitsmanager. „Die Baupläne haben wir in der Schublade und können sie auf Leonberg adaptieren.“

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