Leonberg Spielerisch zum Spielzimmer

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tudent Pirmin Wollensak, Sozialbetreuerin Viktoria Klausa und Stiftungs-Mitarbeiterin Heidi Chamberlin (von links) durchschneiden mit den Kindern das Band Foto: privat

Leonberg - Voller Erwartungen haben die Kinder in den vergangenen Tagen immer wieder vorbeigeschaut, denn schnell hatte sich herumgesprochen, dass hier etwas für sie gebaut wird. Nun ist es soweit. In der Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge in der Leonberger Gartenstadt ist jetzt ein Kinderspielzimmer feierlich eröffnet worden.

Das Geld dafür stammte aus dem Spendenerlös einer Zirkus-Gala für Flüchtlingskinder und Bürger der Stadt, die im Oktober vorigen Jahres stattgefunden hat. Veranstaltet und finanziell getragen wurde die Gala seinerzeit von der Hoffnungsträger Stiftung und der Firma Geze. Unterstützer waren zudem die Stadt Leonberg, der Landkreis Böblingen, Möbel Hofmeister, der Bund der Selbstständigen Leonberg, die Acher und Acher Unternehmensbetreuung, der Schauspieler Walter Sittler und die Werbeagentur Voxel Air. Im Vorfeld der Veranstaltung hatte man vereinbart, dass der Spendenüberschuss der Vorstellung wiederum geflüchteten Kindern zugute kommen sollte.

Viele fleißige Hände helfen mit

In den vergangenen Monaten haben nun viele fleißige Hände dazu beigetragen, dass die Mädchen und Jungen ihren langersehnten Raum zur Verfügung haben. Anita Lechler, Heidi Chamberlin und Thomas Röhm von der Hoffnungsträger Stiftung hatten zunächst zusammen mit Studierenden des Städtebauinstituts der Universität Stuttgart, Flüchtlingen sowie der Sozialbetreuerin Viktoria Klausa vom Landkreis Böblingen ein Konzept dafür entwickelt. Anschließend machten sich Kinder und Erwachsene gemeinsam an die Arbeit und gestalteten das Zimmer in mehreren Etappen kindgerecht aus. An einer Wand befindet sich zum Beispiel das Alphabet in lateinischer und arabischer Schrift.

Zur Übergabe gab es eine kleine Feier. Bevor die Mädchen und Jungen ihr neues Reich in Beschlag nahmen, durchschnitten sie – wie es sich für eine feierliche Eröffnung gehört – ein Band. Dann waren sie nicht mehr zu bremsen. Der Unternehmer Mathias Acher schenkte den Kindern noch ein Puppenhaus, mit dem sie künftig im gemeinsamen Zimmer spielen können.

Den Kindern Freude und Zeit schenken

Von Acher war seinerzeit auch die Initiative für die Gala ausgegangen. Auf die Idee einer Zirkusvorstellung für Flüchtlingskinder und Bürger der Stadt war der Leonberger gekommen, als er auf der Engelbergwiese den Mitmach-Zirkus Piccolo sah. Der gab dort zwei Workshops im Sommerferien-Programm der Stadt. Achers Idee: den Kindern Freude zu schenken, sie mit anderen Kindern und Menschen aus Leonberg zusammenzubringen und auf diese Weise Berührungsängste abzubauen.

Die Hoffnungsträger-Stiftung hat die Gala veranstaltet. Zirkusdirektor Alexander Riedesel aus Waiblingen hatte auf der Wiese bei der Leonberger Autozulassungsstelle ein Zelt mit rund 400 Sitzplätzen aufgestellt, das bei der Veranstaltung aus allen Nähten platzte, und mit seiner Truppe eine 90-Minuten-Show dargeboten.

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