Leonberg OB: Campus braucht enge Klinik-Bindung

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Für ein starkes Krankenhaus: Martin Kaufmann. Foto: Stadt Leonberg

Leonberg - Einen Gesundheitscampus auf dem Krankenhausgelände hält Martin Kaufmann nur dann für effektiv, wenn es direkte Anknüpfungspunkte mit der eigentlichen Klinik gibt. „Es muss eine sehr starke Verbindung da sein“, sagt der Oberbürgermeister im Gespräch mit ­unserer Zeitung anlässlich seiner ersten 100 Tage an der Spitze des Rathauses.

Wie mehrfach berichtet, plant ein privater Investor auf dem Krankenhausgelände ein ambulantes Strahlentherapiezentrum, mit dessen Bau noch in diesem Jahr begonnen werden soll. Gerade angesichts des medizinischen Schwerpunkts in der Gastro­enterologie und der Bauchchirurgie im Krankenhaus wird das Projekt in Medizinerkreisen als passende Ergänzung zu den Therapien in der Klinik sehr begrüßt.

Landrat Roland Bernhard hatte mit Blick auf die Strahlentherapie einen kompletten Gesundheitscampus in Leonberg ins Gespräch gebracht, in dem Einrichtungen aus dem Sektor der Gesundheits­vorsorge und der medizinischen Dienstleistungen angesiedelt werden könnten.

Kritik an Bettenreduzierung

Ein Vorhaben, das beim Oberbürgermeister grundsätzlich auf offene Ohren stößt, aber nicht getrennt vom medizinischen Spektrum innerhalb des Krankenhauses betrachtet werden dürfe.

In diesem Zusammenhang äußert sich Kaufmann sehr kritisch über die angedachte Reduzierung der Bettenzahl. Nach der Inbetriebnahme der geplanten Großklinik am Flugfeld bei Böblingen sind im Leonberger Krankenhaus nur noch 162 Betten vorgesehen. Derzeit sind es 239. Mediziner halten mindestens 200 Betten für eine funktionsfähige Klinik für erforderlich.

„Diese Entwicklung zu weniger Betten ist sehr kritisch“, sagt Kaufmann im Interview. „Darüber müssen wir reden.“

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