Leonberg „Ihr kriegt mich nicht nieder, ich kehre wieder“

Von Arnold Einholz
Die Söhne Bernd (links) und Ralf beim Trachtenfest der Lenauschule in Temeswar im Jahr 1988. Foto: privat

Leonberg - Der Autor
Arnold Einholz beschreibt seine Geschichte und die seiner Familie, die von der Schwäbischen Alb nach Banat und Siebenbürgen ausgewandert ist, und 1991 zurück kam. Einholz ist seit 1993 Redakteur der Leonberger Kreiszeitung.

Im Morgengrauen des 2. September 1991 standen wir vor den Toren der ehemaligen Bundeswehrkaserne in Empfingen. Von Osten aus der aufgehenden Sonne heraus brausten zwei Tornados-Jets über uns hinweg.

Meine Frau Brunhilde und ich, beide Mitte 30, und unsere Söhne Ralf (8) und Bernd (7) waren als einige der letzten Vertriebenen des Zweiten Weltkrieges in Deutschland angekommen. Im wahrsten Sinne des Wortes hatten wir am Vortag für unsere Familie das Licht nach mehr als 870 Jahren deutscher Siedlungsgeschichte in Rumänien ausgedreht.

Es ist eine wechselvolle Geschichte gewesen. Nicht alle Zweige der Familie haben sich gleichzeitig dort niedergelassen, denn die Landstriche gehörten im Laufe der Jahrhunderte unterschiedlichsten Herren.

Erst wurden die Siebenbürger Sachsen in dem Hochland zwischen den Karpaten heimisch, bevor Jahrhunderte später die Vorfahren der Banater Schwaben und der Sathmarschwaben aus unterschiedlichen politischen und wirtschaftlichen Interessen als Siedler geholt wurden.

Den Anfang gemacht haben die Siebenbürger Sachsen, die Vorfahren meiner Frau. Begonnen hatte es damit, dass 1144 irgendwelche Ungläubigen ein kleines Nest im Heiligen Land eroberten – für Papst Eugen III der Grund, den zweiten Kreuzzug auszurufen. Und so zog der Stauferkönig Konrad III drei Jahre später mit einem Gefolge aus Edelleuten nach Konstantinopel. Weil seinerzeit mit Kind und Kegel in den Krieg gezogen wurde, fragte sich der ungarische König Geza II: Wieso diese Menschen weiterziehen zu lassen?

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