Leonberg Zeitenwende mit dem Zweiten Weltkrieg

Von Arnold Einholz

Doch der Antritt des geschassten georgischen orthodoxen Priesterstudenten Josef Dugaschwilli alias Stalin und des verkrachten Postkartenmalers und böhmischen Gefreiten Adolf Schicklgruber, alias Hitler, läutete das Ende der Rumäniendeutschen als homogene Gruppe ein.

Von den rund 800 000 in der Zeit davor, waren nach dem Ende des großen Weltbrandes viele Tausende auf der Flucht und etwa 50 000 Männer von England bis Sibirien in Kriegefangenschaft.

Zudem mussten mehr als 80 000 rumäniendeutsche Männer zwischen 16 und 45 Jahren und Frauen im Alter von 18 bis 30 Jahren als Deportierte in der Sowjetunion mit ihrer Zwangsarbeit die Reparationskosten Rumäniens bezahlen. Das hatte bis August 1944 auf der Seite des sogenannten Dritten Reiches gegen die Rote Armee gekämpft.

Meine Frau und ich wurden Mitte der 50er Jahre geboren, als die Wunden des Krieges nicht mehr so frisch waren. Während andere Staaten ihre Deutschen vertrieben, hielt Rumänien sie zurück. Langsam setzte eine Tauperiode ein, sie bekamen mehr Rechte – darunter auch Schulunterricht in der Muttersprache.

Und so hatte ich das Privileg, als erster aus unserem Dorf, in der Großstadt Temeswar, das neu gegründete vierzügige deutsche Gymnasium, die „Lenauschule“ zu besuchen.

Es ist nicht spurlos geblieben, was uns Jugendlichen vier Jahre lang im Foyer des Gymnasiums begrüßt hat. Die Büste eines verwegen blickenden Dichters Nikolaus Lenau und seine Verse: „Ihr kriegt mich nicht nieder, / Ohnmächtige Tröpfe, / Ich kehre wieder und wieder / Und meine steigenden Lieder / Wachsen begrabend Euch über die Köpfe!“ Die Securitate, der rumänische Geheimdienst, hat wohl geschlafen.

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