Leonberg Neue Heimat in der Fremde

Von Arnold Einholz

Die ungarischen Grafen Karoly mit riesigen Gütern in der Gegend der westrumänischen Stadt Sathmar, dachten sich: Was die österreichischen Kaiser können, das schaffen wir auch. Sie brachten im 18. Jahrhundert 8000 Siedler auf ihre von Krieg und Epidemien entvölkerten Gebiete.

Es waren Bauern, Handwerker, Waldarbeiter. Katholiken aus Oberschwaben, vorwiegend aus den Landkreisen Biberach, Ravensburg und Sigmaringen. Sie erhielten Ackerboden, Wiesen und Wald unentgeltlich zur Nutzung, Zugvieh, Getreide, Bauholz. Und sie waren keine Leibeigenen mehr. Der Familienüberlieferung zu Folge, war unter ihnen auch der unverheiratete Zimmermann Paul Einholz, der aus Gammertingen auf der Alb ausgewandert war.

Als Teil ihrer neuen Heimat erlebten die Siedler das geschichtliche Auf und Ab jener Landstriche. Als 1919 nach dem Ersten Weltkrieg die Landkarten neu gezeichnet wurden und Österreich-Ungarn verschwand, fielen Siebenbürgen und große Teile des Banats an Rumänien, der Rest an Ungarn und Serbien. Das gesellschaftliche, wirtschaftliche und kulturelle Leben erlebte eine Zeit der Blüte, denn die Rumänen, selbst lange Zeit unter fremder Herrschaft, waren liberal, was die Rechte der mitwohnenden Nationalitäten betraf.

In der Zeit kamen die Sathmarschwaben Einholz ins Banat, wo später der Müllergeselle Wendelin Einholz, das in der Mühle tätige Bürofräulein Anna Kowenz, eine Banater Schwäbin, heiratete – meine Eltern.

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