Leonberg Wie die Schwaben nach Transsilvanien kamen

Von Arnold Einholz

Er versprach ihnen hinter den Wäldern in Transsilvanien Grund und Boden sowie als freie Untertanen reichlich Gelegenheit, gegen „Heiden“ zu kämpfen. Ein Großteil derer, die sich auf den Weg ins Heilige Land aufgemacht hattet, wurde Siedler. Sie bauten ihre sieben großen Burgen und viele kleine rund um ihre Kirchen.

Im Laufe der Jahrhunderte gab es mehr Gelegenheit, gegen Ungläubige zu kämpfen, als ihnen lieb war: Kumanen, Türken und Tataren hatten es auf ihren Wohlstand abgesehen. Warum sie allerdings Sachsen genannt wurden und werden, weiß man bis heute nicht so richtig. Wenn aber einer ihnen aus der Seele gesprochen hat, war es Martin Luther. Bereits drei Jahre vor seinem Tod 1546 waren sie reformiert. Seine Lehre gab ihnen eine gemeinsame Sprache, ein unerschütterliches Selbstbewusstsein und eine gute Portion Stolz. Wer es nicht glaubt, der muss meine Frau kennenlernen.

Bei meiner Familie ist es etwas bunter zugegangen. Als die Türken 1683 nach dem „Goldenen Apfel Wien“ griffen und Europa das Kaffeetrinken beibrachten, kam sie das teuer zu stehen. Gute 30 Jahre später räumte Prinz Eugen von Savoyen mit ihren Gebieten nördlich der Donau auf.

Plötzlich standen den österreichischen Kaisern riesige und sehr fruchtbare Ländereien zur Verfügung. Darunter ein Gebiet von der Größe Belgiens zwischen dem Strom Theiß und den Karpaten: das Banat.

Bald grasten hier riesige Rinderherden. Doch einige kaiserliche Beamte setzten den Viehbaronen, die sich vor den Steuern drückten, Siedler vor die Nase. Etwa 150 000 wurden gezielt bis 1780 in der Pfalz, in Elsass und Lothringen, in Schwaben und in Franken angeworben – und im erzkatholischen Österreich mussten sie natürlich auch katholisch sein.

Sie kamen gern, denn viele waren damit ihre Armut und die Leibeigenschaft los. Sie bekamen ein Haus, Boden, landwirtschaftliche Geräte und sie mussten keine Streuern zahlen – zehn Jahre lang. Ihren Namen haben die Banater Schwaben von ihren Nachbarn, den Serben und Rumänen bekommen. Die waren bis an den Rhein gekommen und nannten alle, die sie für Deutsch hielten „Schwabo“. Es gab auch richtige Schwaben unter uns.

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