Leonberg Flüssiger Verkehr statt Stop-and-go

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Trotz Betonmischers fließt der Verkehr am neuen Kreisel. Foto: factum/Granville

Leonberg - Für die voluminöse Kombination Zementmischer – Lastwagen war es ein bisschen zu eng. Doch ansonsten hat ein neuer Kreisverkehr seine Feuertaufe problemlos bestanden.

Der Rundling steht inmitten der Kreuzung Stuttgarter Straße/Ramtelstraße/Füllerstraße. Dort herrscht schon zu normalen Zeiten reger Betrieb. Wenn jetzt noch der Ausweichverkehr aus der Altstadt hinzukommt, scheint ein Chaos unausweichlich. Oder etwa nicht?

Lange haben die Planer im Leonberger Rathaus darüber nachgedacht, wie dieser neuralgische Punkt entschärft werden kann. Viele Ideen wurden entwickelt und wieder verworfen. Bis Erhard Wieland vom Planungsamt die zündende Idee hatte: Kreisel statt Ampel. Fließender Verkehr statt permanentes Stop-and-go.

Gutes nachbarschaftliches Miteinander

Da die Füllerstraße schon zu Gerlingen gehört, wurden auch die Planer aus der Nachbarstadt mit ins Boot geholt. Die waren von der Idee eines Kreisels sehr angetan. Und als dann noch das Regierungspräsidium überzeugt war, stand dem provisorischen Kreisverkehr nichts mehr im Weg. Außer dass er angelegt werden musste.

Eine Operation im fließenden Verkehr. Arbeiter haben gestern eine Ampel und die Verkehrsinsel an der Einmündung zur Ramtelstraße abgebaut. Dann ging es für sie mitten auf die Straße. Zwischen Autos und Lastwagen bauten sie die rundlich angelegten Begrenzungen in einem Gesamtdurchmesser von 30 Metern auf. Das Innere wurde mit Kies befüllt, damit die Absperrungsblöcke nicht umfallen.

Der Leonberger Oberbürgermeister Bernhard Schuler und die Erste Beigeordnete von Gerlingen, Martina Koch-Haßdenteufel, zeigten sich angetan von der schnellen unkomplizierten Zusammenarbeit der Bauämter in beiden Städten. Ein Lob, das Erhard Wieland und seine Gerlinger Kollegen Sevdalina Böhme und Arnulf May gerne annahmen.

Kreisverkehr bleibt sechs Wochen bestehen

Während der sechswöchigen Sperrung der Grabenstraße bleibt der provisorische Kreisel auf dem Engelberg auf jeden Fall stehen. Ob der Kreisverkehr ein Dauermodell sein kann, das wird sich zeigen. „Wir sammeln Erfahrungen“, sagt Wieland.

Die Kosten von rund 25 000 Euro übernimmt Leonberg. Dafür bezahlt die Stadt Gerlingen einen weiteren provisorischen Kreisel an der Waldsiedlung.

Übrigens: der Laster und der Zementmischer sind dann doch aneinander vorbeigekommen. Mit gutem Willen geht alles.

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