Leonberg Ein Pumptrack für dem Autobahndeckel

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Die Gerlinger Anlage, die bei den Jugendlichen gut ankommt, wenn sie nicht mal in den Abendstunden verwaist ist, dient den Leonbergern als Vorlage. Foto: / Simon Granville

Leonberg - In Gerlingen gibt es sie seit dem Jahr 2015: die Pumptrackanlage auf dem Gelände vor dem Jugendhaus. „Die wird sehr gut angenommen“, sagt Andreas Lux, der stellvertretende Jugendhausleiter, der die Entstehung damals auf Initiative des Jugendgemeinderats von Beginn an mitbekommen hat. Genutzt wird der Rundkurs von Kindern und Jugendlichen aller Altersklassen, die aus dem gesamten Umkreis den Weg nach Gerlingen finden. Sie kommen mit Mountainbikes, BMX-Rädern, Skateboards, Inline-Skates, Scootern oder Laufrädern. „Und ich beobachte immer wieder mit großer Begeisterung die gegenseitige Rücksichtnahme, die auf dieser Anlage herrscht“, sagt Lux.

Unterstützung für dieses Projekt hatte der Jugendgemeinderat vom damaligen Bürgermeister Georg Brenner, von den Gemeinderäten und der Stadtverwaltung bekommen. Die Anlage kostete 50 000 Euro. Einen Teil davon übernahmen Sponsoren, die im Gegenzug eine Werbefläche auf dem Asphalt-Rundkurs erhielten. Den Großteil der Kosten zahlte die Stadt.

Ideengeber ist der Kinderschutzbund

Nun soll auch in Leonberg eine Pumptrackanlage gebaut werden. Bereits vor eineinhalb Jahren klopfte der Kinderschutzbund mit dieser Idee bei der Stadt an. „Wir bekommen regelmäßig Spendengelder, und diese wollen wir sinnvoll für die Kinder ausgeben“, sagt Susanne Lang, die stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Kinderschutzbundes, Ortsgruppe Leonberg, die sich ein Bild von der Asphalt-Pumptrackanlage in Gerlingen gemacht hatte und begeistert war. „Allerdings hätten wir das finanziell alleine nicht stemmen können.“

Nach einer gewissen Anlaufzeit und der zwischenzeitlich erfolgten Online-Bürgerbeteiligung im Zuge der Neugestaltung der alten Autobahntrasse griff die Stadt schließlich die Idee auf. Als mögliche Örtlichkeit kam zunächst der obere Teil der Trasse zwischen Breslauer Straße und Brombeerweg ins Gespräch. „Aufgrund der stark bewegten Topografie, des Lärmschutzes der Anwohner und des hohen Versiegelungsgrads war diese Option allerdings wieder rasch vom Tisch“, sagt der Leonberger Baubürgermeister Klaus Brenner.

Eine Alternative im südlichen Bereich

Auf der Überdeckelung des Engelbergtunnels soll der Pumptrack entstehen. Foto: Simon Granville
Eine Alternative war im südlichen Teil der alten Autobahntrasse – dort, wo sich Glemseckstraße und Berliner Straße treffen – schnell gefunden. Die vorgesehene Streckenlänge beträgt rund 85 Meter und weist eine asphaltierte Fläche von gut 400 Quadratmeter auf. Das Karlsruher Architekturbüro Setup, das bereits im Jahr 2018 für das Plankonzept „Grünraumvernetzung Kernstadt Leonberg“ beauftragt wurde, schätzt die Kosten für Planung und Bau der Anlage auf rund 80 000 Euro.

Zusätzlich werden für die Abschirmung der Anlage zur Autobahntrasse in Form eines Erdwalls sowie der Planung schattenspendender Laubbäume für den Klimaschutz weitere 80 000 bis 120 000 Euro veranschlagt, sodass mit Gesamtkosten von rund 200 000 Euro gerechnet wird. Der Gemeinderat beauftragte die Verwaltung, die Mittel im Haushaltsplanentwurf für das Jahr 2022 zu veranschlagen.

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Eine 50-prozentige Förderung erhofft sich die Verwaltung aus dem Topf des Landschaftsparkprogramms Region Stuttgart. Sie wird zügig bis zum 30. September einen entsprechenden Antrag beim Verband Region Stuttgart einreichen. Der Kinderschutzbund Leonberg investiert in dieses Projekt eine Spendensumme von rund 20 000 Euro. „Dass nun so groß geplant wird, damit hatten wir nicht gerechnet, das freut uns natürlich“, sagt Susanne Lang.

Die Fläche gehört dem Bund

Bevor das Projekt umgesetzt werden kann, muss die Stadt noch mit der Autobahn GmbH, Niederlassung Südwest, klären, ob der Planung auf der Überdeckung des Engelbergtunnels beispielsweise statische Gegebenheiten im Weg stehen. Im südlichen Bereich der alten Autobahntrasse ist nicht die Stadt Leonberg Flächeneigentümerin, sondern der Bund, daher ist voraussichtlich eine Nutzungsvereinbarung abzuschließen.

Ein kleiner Ausblick: Wenn die Planungen des Wohnquartiers an der Berliner Straße weiter vorangeschritten sind und klar ist, wie sich das Projekt gestaltet wird, folgt auch die weitere Gestaltung der alten Autobahntrasse, insbesondere die Anbindung der Breslauer Straße.

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