Tag des offenen Gartentors in Leonberg Ein Blick in Nachbars Garten

Von Ute Jenschur
Wo der Grüne Daumen regiert: Eleonore Schick zeigt ihren prachtvollen Garten. Foto: S. Granville

Nach zweijähriger coronabedingter Pause haben wieder rund 30 Gärten in der Region Esslingen und mittlerer Neckarraum am Sonntag ihre Türen für Besucher geöffnet. Auch Eleonore Schick aus Leonberg zeigte vielen interessierten Besuchern ihren privaten Hausgarten im Brombeerweg. Die Floristikmeisterin und Buchautorin hat auch schon im Fernsehen ihr Wissen weitergegeben

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2014 haben sie und ihr Mann das Gelände gekauft, das Hanggrundstück bebaut und über die Jahre ein kleines, naturnahes Gartenparadies geschaffen. Schick war dabei wichtig, aus dem zunächst kahlen Hang so schnell wie möglich einen Garten mit ursprünglichem Charakter und einem natürlichen Lebensraum für heimische Insekten und andere tierische Bewohner zu schaffen. Es wurden Trockenmauern errichtet, Blumenwiesen angelegt, Gerüste für Kletterpflanzen gebaut. Auch Totholzbereiche hat sie aufgeschichtet und wilde Ecken dürfen stehen bleiben.

Steine aus alten Weinbergen

Die zahlreichen Trockenbaumauern mit Steinen aus alten Weinbergen sind mit Teppichthymian, Dachwurz, Storchschnabel, Glockenblumen und griechischem Bergtee bewachsen, aus dem sie auch gerne einen erfrischenden Kräutertee kocht. Noch mehr Kräuter bietet die große Kräuterspirale mit Muskatellersalbei, Currykraut, weißem Lavendel und vielem mehr. Das Konzept des Wildgartens ernährt Insekten, bietet Eidechsen, Blindschleichen, Erdkröten, Wildbienen, Libellen, zahlreichen Schmetterlingen und Vögeln genügend Raum und Nahrung.

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Über terrassenförmig angelegte Wege öffnen sich entlang von Beeten mit bienenfreundlichen Blühpflanzen immer wieder neue lauschige Sitzplätze, von denen aus man den Garten mit seinen blühenden Farbinseln genießen kann. Die von ihr geschaffenen Weidenobjekte fügen sich harmonisch in die Gestaltung des 1650 Quadratmeter großen Geländes ein. Auch die Dächer sind begrünt, vom Überlauf des Carports aus fließt überschüssiges Wasser in ein kleines Auffangbecken, in dem mittlerweile Frösche heimisch sind.

In einem Seminarraum bietet Eleonore Schick Blumen- und Kreativkurse an. In einem Gartenseminar stellt sie viele wichtige Bereiche des Gärtnerns vor. Das sind in erster Linie die praktischen Tätigkeiten, die jeden Monat bei einer Gartenpflege anfallen. Neben dem Fachwissen bietet ihr Gartenseminar Raum für einen kreativen Part, dessen Ergebnisse mit nach Hause genommen werden. So entstehen zum Beispiel floristische Kleinode aus Gartenblumen, Flechtgerüste als Schattenspender, kulinarische Wildspeisen oder eine Dekoration aus abgeschnittenem Gartenmaterial, das üblicherweise auf dem Grünmüll landet.

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Nur einen Steinwurf entfernt stellt der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Leonberg auf der Wiese vor der KZ-Gedenkstätte auf der renaturierten ehemaligen Autobahntrasse sein Projekt Krähwinkel vor, das unter anderem von Johanna Moltmann-Hermann gepflegt wird.

Eine Wespe, die Schornsteine baut

Neben einer artenreichen Blumenwiese und einer Amphibien-Burg für Eidechsen und Kleintiere steht hier ein großes Insektenhaus, in dem auch die Schornsteinwespe zu sehen ist, oder zumindest die von ihr gebauten kleinen Schornsteine. Die einzeln lebenden Wespen graben sich eine Bruthöhle in Lehmwände, in die sie ein Ei ablegen. Das „abgebaute“ Material verbauen sie mit etwas Flüssigkeit verklebt in Form von kleinen Kügelchen um den Nisteingang herum. So entstehen die typischen, bis zu fünf Zentimeter langen Schornsteine.

Das ist spannend auch für Kinder, mit denen sich Eleonore Schick, die auch BUND Mitglied ist, einmal wöchentlich auf dem Gelände trifft. Die Kindergruppe wird zusammen mit dem Naturschutzbund Deutschland (Nabu) für Kinder im Grundschulalter angeboten.

Das nächste Gartenseminar von Eleonore Schick findet am 8. Juli von 15 bis 18 Uhr statt. Kontakt über die Homepage www.elobana.de.

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