Leonberg Durch die goldene Brille zu mehr Selbstbewusstsein

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Stolz präsentieren die Kinder und die Pädagogen das selbstgestaltete Buch Foto: factum/Bach

Leonberg - Mädchen und Jungen haben gleiche Rechte. Alle Kinder haben das Recht auf Schutz und Fürsorge. Kinder haben das Recht auf Beteiligung und Mitsprache.“ So könnte es in der UN-Kinderrechtskonvention stehen. Dies ist jedoch ein Zitat aus dem neuen „Kidz-Büchle“ des Waldhauses – oder besser gesagt von dessen Kindern. Jetzt wurde des „Büchle“ im Kinder- und Jugendhilfezentrum präsentiert. Im Kidz wird Kindern und Jugendlichen geholfen, die Probleme in der Familie oder Schule haben.

„Im April vergangenen Jahres hatten wir die ersten Überlegungen. Partizipation war schon immer ein großes Thema bei uns“, betont die Kidz-Sozialpädagogin Marion Hackl, im Rückblick. Der Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden-Württemberg hat das Projekt des Kidz gefördert. Das Landratsamt Böblingen übernahm den Druck für das Buch. So stand dem Projekt nichts mehr im Wege.

Die Kinder beschreiben den Alltag im Kidz

Beim ersten Treffen im Mai 2014 haben die Kinder dann den Alltag im Kidz beschrieben und alles Wissenswerte für neue Mitglieder zu Papier gebracht. Außerdem schrieben sie ein Lied. Auf die Melodie von Andreas Bouranis „Auf uns“ sangen sie ihre eigene Version „Aufs Kidz“ auf dem Sommerfest in Hildrizhausen. Auch bei der Präsentation des Buches trällerten es alle noch auswendig. „Von Juni bis September haben wir uns dann mit den Kinderrechten beschäftigt“, erklärt Hackl.

Über den Buchtitel und die wichtigsten Rechte haben die Kinder im Januar 2015 abgestimmt. Damit war die Erstfassung auch schon fertig. Mehr als 20 Kinder haben mitgearbeitet, um den Neuzugängen den Einstieg in das Kidz zu erleichtern. Auf beinahe 50 Seiten werden die Arbeit des Kidz erklärt, der Alltag beschrieben, Regeln vorgestellt und Kinderrechte auf verständliche Weise dargestellt.

Vor allem durch die selbst gemalten Bilder der jungen Autoren wird der Inhalt näher gebracht. „Das, was ausgedrückt werden sollte, hätten wir mit Worten nie so toll machen können, wie es die Bilder der Kinder transportieren“, sagt Annette Leitner-Sautter, Bereichsleiterin der ambulanten erzieherischen Hilfen. Die Kinder im Kidz sind zwischen sieben und zwölf Jahre alt. „Im Moment sind es neun Mädchen und sieben Jungs“, erklärt die Leiterin Sonja Achenbach. Auf Seite 40 ist etwas ganz Besonderes im Buch zu finden: die goldene Brille. Dort schreiben die Freunde aus dem Kidz positive Eigenschaften neben eine gemalte Figur, die eines der Kinder darstellt. Es dürfen ausschließlich gute Dinge gesagt werden, die das Positive im Menschen ausdrücken. „Das soll den Kindern bewusst machen, was sie gut können. Negative Sachen hören sie oft genug“, sagt Hackl.

Auch die Elern sind wichtig für die Arbeit im Kidz

Auch auf dem Flur des Kidz hängen einige solcher „Goldene-Brille-Bilder“, eingerahmt und gut sichtbar für jeden. „Jedes Kind hat einen Schatz in sich, den es erst finden muss. Wir sind so was wie die ‚Schatzsucherhelfer‘ – wir helfen den Kindern auf diesem Weg. In unserem Kidz-Lied nehmen wir auch darauf Bezug“, erklärt Leitner-Sautter.

Auch die Eltern seien sehr wichtig für die Arbeit im Kidz. „Wir arbeiten viel mit den Eltern zusammen – suchen das Gespräch. Sie gehören zu den Kindern, also auch zu unserer Arbeit“, so Hackl.

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