Leonberg/Ditzingen Zoff um neue Zufahrt zum Klärwerk

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Blick vom Gärturm der Kläranlage in Richtung Ditzingen zur Firma Thales. Hinten rechts würde die favorisierte neue Zufahrt einmünden. Foto: factum//Simon Granville

Leonberg - Das Glemstal zwischen Leonberg und Ditzingen ist idyllisch. Mit dem Rad lässt es sich gemütlich über den Glemsmühlenradweg erkunden. Und bald schon soll der Naturerlebnisraum Höfinger Täle die Aufenthaltsqualität weiter erhöhen, beispielsweise mit Picknickstellen und Wasserspielplätzen. Unterbrochen wird das Idyll jedoch direkt an der Gemarkungsgrenze zwischen Leonberg und Ditzingen. Nicht, weil das dortige Klärwerk der Stadt Leonberg für allerlei unangenehme Gerüche sorgen würde. Diese sind außerhalb des Zauns so gut wie nicht mehr wahrnehmbar. Die Anlage liegt einfach ungünstig. So muss der Radweg einen Umweg nehmen. Viel schwieriger ist jedoch die Zufahrt zum Gelände.

Was ist das Problem?

Das Areal, in dem die Abwässer für rechnerisch 90 000 Menschen gereinigt und dann in die Glems geleitet werden, ist schlecht ans Verkehrsnetz angebunden. Die bisherige Zufahrt führt von der B 295 in Höhe der Abfahrt nach Gerlingen auf rund drei Meter breiten Feldwegen rings ums Reiterzentrum Tilgshäusle und dann weiter steil hinab ins Glemstal. Dort muss eine längere Strecke auf dem Glemstalradweg zurückgelegt werden, bevor es über eine kleine Brücke aufs Gelände geht. Dies ist problematisch, weshalb Leonberg eine neue Zufahrt plant.

Dabei geht es nicht nur um die Menschen, die dort arbeiten. „Es gibt hier auch viel Schwerlastverkehr“, erklärt Manfred Schmickl, der bei der Stadt Leonberg für das Thema Abwasserbeseitigung zuständig ist. Etwa 21 Mal im Monat würden 40-Tonner-Lastwagen Klärschlamm zur Weiterverwertung wegbringen oder Reinigungsmittel und chemische Stoffe für den Betrieb anliefern. Dazu kämen pro Monat 54 Fahrten der 30 Tonnen schweren Fahrzeuge der Kanalreinigung sowie 53 Fahrten kleinerer Lastautos und 600 von Pkws. Begegnungsverkehr auf den schmalen Feldwegen sei nur durch wenige Aufweitungsbuchten möglich.

Auch am Reiterzentrum verläuft vieles nicht reibungslos. Das steile und enge Stück zum Glemstal bereitet vor allem im Winter Probleme. Und die kleine Brücke vorm Klärwerk ist eigentlich nur für 30 Tonnen Belastung zugelassen, dürfe bald gar nicht mehr genutzt werden.

Die Kläranlage wird in den kommenden Jahren für rund 10,7 Millionen Euro erweitert und modernisiert. Auch das bringe noch mehr Verkehr mit sich. Vom Sportverein und Bädle her könne das Gelände nicht mehr angefahren werden. Die Straße ist für den Naturerlebnisraum umgestaltet worden.

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