Leonberg Die Frachtpost zieht nach Leo West um

Von Thomas K. Slotwinski
Tiefbauamtsleiter Roger Roth und Baubürgermeister Klaus Brenner (v.l.) sind zufrieden: Die Straßen nehmen Formen an. Foto: factum/Bach

Leonberg - Benjamin Schweizer ist mehr als zufrieden: „Lokale Firmen, die noch einen Platz haben möchten, sollten sich sputen“, erklärt der Wirtschaftsförderer der Stadt Leonberg. „Denn zwei Drittel unseres Gewerbegebietes Leo West haben wir bereits verkauft oder reserviert.“

Prominentester Neuansiedler auf den insgesamt 70 000 Quadratmetern Gewerbefläche im Dreieck zwischen der A 8 und der Brennerstraße dürfte im Moment die Deutsche Post sein. Die wird ihr Frachtzentrum von der Innenstadt ins Gewerbegebiet verlegen. Die Verträge sind ausgehandelt. Jetzt fehlen nur noch die Unterschriften des Post-Vorstandes in Bonn.

Dass die kommen werden, daran hat Schweizer keinen Zweifel. Ist doch der künftige Standort für ein Paketverteilzentrum geradezu ideal. Die Transporter müssen nur von der Autobahn abfahren und sind schon im Verteilzentrum. Auch die Stadtteile und die Nachbargemeinden, die von Leonberg aus mit Paketen beliefert werden, sind nicht weit weg.

„Für die Hauptfiliale und die Postbank suchen wir in der City nach neuen Lösungen“, verspricht der Wirtschaftsförderer. Klar sei, dass die Post für die Kunden weiterhin zentral erreichbar bleibe.

„Man blickt überall ins Grüne“

Ein nicht unwichtiger Aspekt: durch den Umzug wird das Postareal unterhalb der Altstadt frei. Genau dieses Gelände braucht die Stadt, um den Brückenschlag zwischen Leo-Center und Marktplatz zu realisieren. Kein Wunder also, dass sich auch Baubürgermeister Klaus Brenner freut.

Doch nicht nur deshalb ist Leonbergs oberster Chefplaner zufrieden. Vom Gewerbegebiet selbst ist Brenner ebenso angetan: „Man blickt überall ins Grüne“, schwärmt der Baubürgermeister. „Besser geht’s nicht.“ Nicht zuletzt laufen auch die Arbeiten genau nach Plan. „Die Versorgungsleitungen liegen, die Straßen werden Ende des Monats fertig sein“, berichtet der städtische Tiefbauamtsleiter Roger Roth.

Die Straße durch das Gewerbegebiet ist in Form eines großen Carré angelegt. Die Ränder sind mit Parkplätzen gesäumt, die von den einzelnen Firmen gekauft werden.

Wer mit dem Bus unterwegs ist, hat keine langen Fußwege. Eine Haltestelle direkt im Gewerbegebiet ist schon angelegt. In der Mitte des Areals ist ein Naturweg zu erkennen, den die Mitarbeiter zur Entspannung in den Pausen nutzen können.

Zum Jahreswechsel könnten die ersten Firmen bauen

Auch die Zufahrt zu Leo-West ist mittlerweile fertig. Von der Brennerstraße aus können Autofahrer direkt ins Gewerbegebiet abbiegen. Sollte es Probleme geben, werden Verkehrsinseln hinzugefügt.

„Wenn das Wetter mitspielt, können zum Jahreswechsel die ersten Firmen bauen“, erklärt Brenner, der die Tiefbaukosten mit drei Millionen Euro beziffert.

Während also das Gerbegebiet immer mehr Formen annimmt, laufen im Rathaus die Verhandlungen mit den Interessenten. Diese kommen aus ganz unterschiedlichen Branchen, etwa aus Dienstleistung, Handwerk, Produktion, Forschung und IT.

Damit sich im neuen ökonomischen Schmuckstück nur hochwertiges Gewerbe ansiedelt, hatte sich der Gemeinderat das Recht ausbedungen, alle Bewerber vorgestellt zu bekommen. Noch vor den Ferien hatten die Politiker grünes Licht für weitere Gespräche gegeben. Diese könnten nun bald erfolgreich abgeschlossen werden.

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