Leonberg Der Erzengel ist nun nicht mehr allein

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Zehn Künstler, zehn verschiedene Interpretationen des Themas „Engel“ Foto: factum/Bach

Leonberg - Der Sturm fegt über das Land. In der Michaelskirche in Eltingen dagegen sausen im warmen behaglichen Licht des eindrucksvollen Gotteshauses Engel umher. Es ist allein schon durch seinen Namen eng mit dem Erzengel Michael verbunden, insbesondere auch durch zahlreiche Darstellungen dieses „Engelsfürsten“ im Innenraum der spätgotischen Kirche. Schwebende Köpfe mit Flügelchen statt Ohren, Ausdruck mittelalterlicher Fantasie, die an einen Hieronymus Bosch erinnern. Kein Wunder, dass dieser Reichtum an Ausdruck auch die Künstlergruppe „K-maeLeon“ zu einem neuen Projekt inspirierte: „Engel“. Die zehn Künstler und Künstlerinnen – Gerlinde Barth, Astrid Bergmann, Claudia Grieb-Hoffmann, Helmut Kollmann, Rosemarie Kurz, Sonja Ontrup-Wendel, Doris Noeske, Brigitte Seidel-Hagen, Lydia Stenger und Gerlinde Walheim – arbeiteten seit einem halben Jahr an ihrer Idee, die auf eine Vorliebe eines Mitglieds, Claudia Grieb-Hoffmann, zurückgeht. Engel sind eines ihrer Lieblingsmotive.

„K-maeLeon“ ist seit über 20 Jahren eine feste Malgruppe, die ursprünglich aus einem Volkshochschulkurs entstanden ist. Das künstlerische Hauptinteresse liegt in der abstrakten Acrylmalerei, wobei auch gerne andere Techniken wie Zeichnen, Tempera, Collagen, Holzdruck, Siebdruck und Monotypie ausprobiert werden. Das Experimentieren mit Farbe und Material steht für die Gruppe stets im Vordergrund.

Einheitlich und doch individuell

Bunt sind auch Himmelsboten, die nun an der linken Wand der Kirche zu bewundern sind. Ganz individuell wie ihre Schöpfer, aber in einheitlichem Format grüßen sie die Besucher der Kirche freundlich und verkünden Botschaften. Die kann deutlich oder auch verborgen sein, mal schmücken hebräische Schriftzeichen die Lichtgestalt, mal sind sie in einer kleinen Gruppe unterwegs oder sie haben gar ein güldenes Haupt auf einem Hintergrund, der sehr geschickt den Eindruck eines Frescos erweckt. Graphische Engel, die an Lyonel Feininger, glänzende Figuren, die an weibliche Idole erinnern. Sie ergeben mit der Architektur des Raumes eine warme Harmonie, die perfekt in die Weihnachtszeit passt und absolut sehenswert ist.

Im Sommer bestritten die Künstler sogar einen Workshop für die speziellen Engelgrußkarten, die in der Kirche zusammen mit den Bildern und Tonobjekten erworben werden können. „Wir haben am ersten Adventswochenende bereits 600 Euro zusammen bekommen“, strahlt Sonja Ontrup-Wendel, vom Gesamterlös gehen zehn Prozent an die Stiftung Michaelskirche.

Eröffnet wurde die Ausstellung am Samstag vor dem ersten Advent. Die Finissage findet am 6. Januar, 12.15 Uhr, nach dem Gottesdienst und dem Besuch der Sternsinger statt.

Die Öffnungszeiten:

Öffnungszeiten: Freitags und samstags von 16 bis 18 Uhr und während der Gottesdienste, Abendgebete und Matineen.

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