Leonberg Das JKG möchte attraktiver werden

Von
Die Fächer Informatik, Mathematik, Physik gewinnen im digitalen Zeitalter immer mehr an Foto: pixabay

Leonberg - Sein Profil erweitern will das Johannes-Kepler-Gymnasium (JKG). Deshalb plant die Schule, mit Beginn des Schuljahres 2020/2021 das neue Profilfach Informatik, Mathematik, Physik (IMP) anzubieten. Der Schulleiter Roman Peters hat darüber den Sozial- und Kultusausschuss des Gemeinderates informiert. Weil dieser Schritt sich auf die regionale Bildungslandschaft auswirkt, muss der Schulträger, in diesem Fall die Stadt, nämlich einen Antrag beim Regierungspräsidium Stuttgart stellen.

Wie auch das Albert-Schweitzer-Gymnasium hat das JKG gegenwärtig ein sprachlich-naturwissenschaftliches Profil. „Doch angesichts der Tatsache, dass das Rutesheimer Gymnasium mit seinem G9-Angebot und seinem breiten Profil jährlich zwischen 30 und 60 Schüler abzieht, müssen auch wir ein attraktiveres Profil anbieten“, sagte Peters. Das soll über das Profilfach IMP geschehen.

Dieses Fach ist relevant bei der Versetzung und gilt als ein Kernfach. Als Profilfach wird IMP mit vier Wochenstunden pro Schuljahr (insgesamt zwölf Kontingentstunden) unterrichtet und auf die Klassenstufen 8 bis 10 verteilt. Mindestens zwölf Schüler müssen das Fach belegen. Doch da macht sich Peters keine Sorgen, denn eine Umfrage hat ergeben, dass das Interesse groß ist. „Wir rechnen mit mehr als 15 Interessierten“, berichtet er dem zuständigen Gemeinderatsausschuss. Der Klassen- oder Gruppenteiler liegt bei 30 Schülern.

Sprachen als Alternative

Mit dem Profilfach wird den Gymnasiasten die Möglichkeit gegeben, von der Klassenstufe 7 an bis zum Abitur das Fach Informatik zu belegen. Damit eröffnet sich auch die Möglichkeit, in dem Fach Informatik, Mathematik und Physik das Abitur abzulegen. Alternativ dazu können die Schüler aber auch in den Klassenstufen 8 bis 10 die Fremdsprache Italienisch oder Naturwissenschaft und Technik wählen.

Was den JKG-Schulleiter besonders erfreut, ist, dass mit IMP im Physikunterricht wieder Astronomie angeboten wird, die sonst aus dem Lehrplan gestrichen wurde. „Als Träger eines so berühmten Namens wie der des Astronomen Johannes Kepler, ist es undenkbar, dass bei uns keine Astronomie unterrichtet wird“, meinte der Schulleiter. Ein neues Profilfach bedeute nicht, dass die Profile Sprachen und Naturwissenschaften abgeschafft werden, machte Peters deutlich. „Das ist eine wichtige Ergänzung“, sagt er.

Keine Bedenken, keine Einwände

Ein weiteres Profilfach stellt eine Änderung der Schulstruktur dar und löst nach dem Bestimmungen des Schulgesetzes ein sogenanntes Dialog- und Beteiligungsverfahren innerhalb der regionalen Schulentwicklung aus. Daher werden auch die Nachbarkommunen befragt, die Gymnasien haben. „Die Städte Ditzingen, Gerlingen, Weil der Stadt, Renningen und Rutesheim teilten uns mit, dass sie keine Bedenken oder Einwände gegen die Einrichtung des Profilfachs IMP am JKG haben“, informierte Erster Bürgermeister Ulrich Vonderheid die Mitglieder des Sozial- und Kultusausschusses. Schulleiter Peters zeigte sich auch zufrieden, dass die schulischen Gremien, also die Gesamtlehrerkonferenz und die Schulkonferenz, sich eindeutig für die Einrichtung des neuen Profilfachs IMP an der Schule ausgesprochen haben. Was die Gemeinderäte gerne hörten, war Peters Aussage, dass die Einführung des neuen Profilfachs nicht zusätzliches Geld kostet. „Unsere Ausstattung erlaubt es problemlos, das neue Fach im Schuljahr 2020/2021 mit der Klasse 8 starten zu können“, so der Schulleiter.

Auch personell dürfte es kein Problem sein, das Fach anzubieten. Peters hat eine Lehrerin und einen Lehrer dafür gewinnen können, die dafür notwendige zusätzliche Ausbildung über Fernstudium zu erlangen. Angesichts von so viel positiven Voraussetzungen blieb dem Ausschuss nichts anderes übrig, als Lob auszusprechen und die Verwaltung zu ermächtigen, die notwendigen Schritte einzuleiten.

Strohgäu Leonberg Rutesheim Weil der Stadt Renningen Weissach Enzkreis-Gemeinden

Sonderthemen