Leobad in Leonberg In den Becken schimmern die Edelstahlwände

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Kaum wiederzuerkennen: Das gesamte Gelände des Leobades ist derzeit eine einzige große Baustelle. Die Edelstahlbecken sind im Werden. Foto: factum/

Leonberg - Wie sieht es gegenwärtig auf der Baustelle des Leobades aus? Das Fazit des Baubürgermeisters Klaus Brenner und des Projektleiters Christian Beutelspacher lautet: Die Kosten halten sich im Rahmen und die Arbeiten liegen im Zeitfenster. „Alle arbeiten darauf hin, dass zum Start der Sommersaison am 9. Mai 2020 die Wiedereröffnung gefeiert werden kann“ sagt Brenner.

Optimistisch ist der Baubürgermeister deshalb, weil bereits 92 Prozent der Arbeiten ausgeschrieben und vergeben sind und die dafür errechneten Kosten leicht darunter liegen. „Da kann nicht mehr viel passieren“, sagt Brenner. „Aber Unvorhergesehenes kann es immer geben“, ist er vorsichtig. „Für die Gemeinderatssitzungen nach den Ferien werden die letzten größeren Ausschreibungen vorbereitet, wie etwa Fliesen, Dachabdichtung, Dampfbad, dann bleiben nur noch Kleinigkeiten“, sagt Christian Beutelspacher vom Gebäudemanagement.

Nicht mehr wiederzuerkennen

Das Freibad ist fast nicht mehr wiederzuerkennen. Vieles wurde abgebrochen, der ehemalige Sprungturm wurde bereits im Frühjahr abgerissen. Seit gestern gibt es die große Rutsche nicht mehr. Die neue, für die der Gemeinderat rund eine halbe Millionen Euro locker gemacht hat, wird gegen Jahresende geliefert und montiert.

Foto: factum/Weise
Begonnen haben die Arbeiten der groß angelegten Sanierung und Umgestaltung des Freibades bereits im November 2018. Vieles ist anfangs unterirdisch abgelaufen, denn die meiste Technik liegt in den Räumen unter dem Gebäude und den Umläufen der Becken. Da wurde aufwendig der Beton saniert, Risse und Gebäudefugen mussten abgedichtet werden, damit Grundwasser nicht eindringen kann. Beschädigte Betonwände, Böden und Decken mussten von Hand freigestemmt werden. Die angerostete Stahlarmierung wurde ersetzt, der Beton erhielt eine Schutzschicht. „Vieles war härteste Knochenarbeit für die Handwerker“, sagt Klaus Brenner im Rückblick. Jetzt wird im Untergrund unsichtbar für den Betrachter von außen an der Heizung, den Sanitäranlagen, der Lüftung, der Elektrik und nicht zuletzt an der Schwimmbadtechnik gearbeitet.

Becken liegt nun ganz im Freien

Bereits im neuen Edelstahlkleid glänzt das neue Warmbecken. Dieses hat nun keinen Zugang mehr von der ehemaligen Wärmehalle, sondern liegt ganz im Freien. In der Halle wurde das ehemalige Becken zugemacht, hier gibt es später einen sogenannten Wärmestein. Das Dampfbad, für das sich der Förderverein stark gemacht hat, bleibt erhalten. Die Edelstahlwände des Warmbeckens stehen bereits, der Boden fehlt noch. „Das liegt daran, dass die Beckenböden als Letztes montiert werden, damit sie im Baustellenalltag nicht versehentlich beschädigt werden“, erläutert Brenner.

Auch das große Erlebnisbecken hat seine erste Edelstahlwand. Die Teile für die restlichen Wände sind schon geliefert. In den kommenden Tagen und Wochen werden sie dann vor Ort zusammengeschweißt. Im großen 50-Meter-Schwimmbecken arbeiten die Handwerker unter einer Plane, damit sie vor Regen geschützt Risse in der Betonstruktur zupressen können. Hier beginnt die Montage der Edelstahlwände in Kürze. Als Letztes kommt das Sprungbecken dran, hier werden die Edelstahlwände im Oktober montiert. Auch ein neuer Sprungturm muss her, weil der alte den gültigen Normen nicht mehr entsprochen hatte.

Mehr als 14 Millionen Euro kostet die Verjüngungskur, auf rund elf Millionen belaufen sich allein die Baukosten. Es geht darum, die sanierungsbedürftigen technischen Anlagen zu erneuern, die Badeplatte mit den Becken neu zu gestalten sowie Teile des Gebäudes zu renovieren, um so die jährlichen Unterhaltungskosten für das Freibad zu reduzieren.

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