Leichtathletik Kugelstoßer mit Doppelsieg

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Velten Schneider kann den Spitzenläufern nicht folgen. Foto:  

Sindelfingen/Renningen -

Das gab’s noch nie! Sensationell sicherten sich die Sindelfinger Kugelstoßer bei der deutschen Meisterschaft am Wochenende in Berlin einen Doppelsieg. Simon Bayer gewann im Olympiastadion vor seinem Vereinskameraden Tobias Dahm und erzielte mit 20,26 Metern sogar eine neue persönliche Bestleistung. Ebenfalls Deutsche Meister wurden Carolina Krafzik über 400 Meter Hürden – und das mit WM-Norm von 55,64 Sekunden – sowie Disziplinkollege Constantin Preis, der in 49,32 Sekunden nur um zwei Hundertstel über der geforderten Leistung für die Welttitelkämpfe in Doha/Katar blieb.

Im Kugelstoß zog Simon Bayer mit 20,04 Metern bereits im ersten Durchgang der schwachen Konkurrenz den Zahn. Er wurde von keinem Kontrahenten mehr übertroffen. Lediglich der 23-Jährige selbst toppte im finalen Versuch mit 20,26 Metern diese Marke, steigerte seinen eigenen Hausrekord um einen Zentimeter und durfte sich über seinen ersten deutschen Meistertitel freuen. „Es ist eine Ehre, Deutscher Meister zu sein, ich bin sprachlos“, konnte er sein Glück kaum fassen – und schlug vor lauter Freude aus dem Stand einen sehenswerten Rückwärtssalto. Dahinter folgte mit 19,87 Metern Tobias Dahm und machte den VfL-Doppelerfolg komplett. Simon Bayer blickt jetzt nach vorne und nimmt sogar die WM-Norm von 20,70 Meter ins Visier. „Klar werde ich es noch einmal probieren“, sagte er. Das nächste Mal bereits am kommenden Wochenende bei der Team-EM im polnischen Bydgoszcz, für die der Drehstoßer vom Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) schon vergangene Woche fest nominiert wurde. Als weiterer VfL-Athlet schaffte 110-Meter-Hürdensprinter Stefan Volzer mit der siebtbesten Zeit von 14,21 Sekunden den erhofften Finaleinzug. Dort lief der Stuttgarter im Sindelfinger Trikot noch einmal eine Hundertstelsekunde schneller, machte zwei Plätze gut und feierte als Fünfter einen gelungenen Einstand bei den Aktiven.

Gar nicht nach Wunsch verlief dagegen der 3000-Meter-Hindernislauf für Velten Schneider. Vorne wurde von Beginn an Tempo gemacht, um vielleicht doch noch in die Nähe der WM-Norm von 8:29 Minuten zu kommen. Zwar wurde die Marke von Überraschungssieger Karl Bebendorf (Dresdner SC 1898) mit 8:33,59 Minuten deutlich verfehlt, doch Velten Schneider konnte trotzdem nicht folgen und fiel Platz um Platz zurück. Rang 14 in 9:16,53 Minuten und damit über eine halbe Minute über seiner Bestzeit waren sicher nicht das, was der Renninger in Sindelfinger Diensten von sich selbst beim Saisonhöhepunkt erwartet hatte.

Über die 400 Meter Hürden waren Carolina Krafzik und Constantin Preis – Vorjahresdritte und der Deutsche Vizemeister von 2018 – auch diesmal die Verlässlichkeit in Person und in den Entscheidungen am Sonntagnachmittag beide dabei. Krafzik stürmte als Außenseiterin allen anderen davon. Mit 55,64 Sekunden verbesserte sie nicht nur ihre bisherige Bestleistung um über zwei Sekunden, sondern unterbot zugleich die Norm für die Weltmeisterschaft (56,00 Sekunden) deutlich. Constantin Preis war mit einem starken Endspurt und einer Verbesserung um eine halbe Sekunde auf 49,32 Sekunden der Beste.

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