Leben und Wohnen im Alter Wimsheimer Zukunftsprojekt nimmt Gestalt an

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Das Grundstück am Lerchenweg 14 ist noch immer leer. Die Pläne für die Freifläche nehmen jedoch langsam Gestalt an. Foto: Andreas Gorr

Wimsheim - Allmählich nimmt das bisher eher abstrakte Projekt Wohnen und Leben im Alter in Wimsheim Gestalt an. Der von der Gemeinde beauftragte Projektentwickler, die Firma Mörk Immobilien aus Leonberg, präsentierte dem Gemeinderat den aktuellen Stand der Planungen. Die Projektentwicklerin Mirjam Oberli legte den Gemeinderäten konkrete Pläne für mögliche Gebäude und deren Nutzung vor, die auf der Grundlage von Gesprächen mit möglichen Betreibern entstanden sind.

2800 Quadratmeter umfassen die beiden Grundstücke am Lerchenweg 14, die die Gemeinde samt darauf stehender Gebäude vor zwei Jahren kaufen konnte. Auf der zentral gelegenen Fläche, auf der sich früher einmal ein Steinbruch befand, soll nun etwas entstehen, was es bisher im Ort noch nicht gibt: speziellen Wohnraum für ältere Menschen mit besonderem Bedarf, etwa in Sachen Pflege. Wimsheim ist zwar am Haus Heckengäu in Heimsheim beteiligt, das derzeit 60 Pflegeplätze anbietet. Doch diese werden künftig nicht mehr ausreichen, sagte der Bürgermeister Mario Weisbrich. Schon 2017 sei bei Gesprächen mit dem Enzkreis, der den Kreispflegeplan genehmigt, deutlich geworden, dass „für unseren Bereich bei wachsender Bevölkerung weiterer Bedarf entstehen wird“, sagte er auf Nachfrage.

Vorschlag: Mehr Parkplätze

Die ersten Entwürfe der Architekten sehen auf dem Grundstück zwei Gebäude vor. In dem größeren der beiden könnten auf zwei Stockwerken 30 Pflegeplätze mit Tagespflege und einem geschützten Bereich für Demenzkranke eingerichtet werden. Im Dachgeschoss und in einem zweiten, kleineren Haus sind insgesamt elf Wohnungen für betreutes Wohnen in verschiedenen Formen vorgesehen. Zwölf Parkplätze sind in einer Tiefgarage des großen, an einem leichten Hang gelegenen Gebäudes angedacht. An dieser geringen Zahl entzündete sich eine Diskussion im Gemeinderat. Vor allem Günter Stallecker (FWV) störte sich an den wenigen Stellflächen. „Es müssen noch mehr und vor allem oberirdische Parkplätze her“, forderte er. Gerade ältere Menschen würden ungern in Tiefgaragen fahren.

Bebauungsplan muss geändert werden

Der Gemeinderat stimmte schließlich bei einer Gegenstimme zu, dass nun mit potenziellen Betreibern anhand dieser Planungen ein konkretes Modell erarbeitet werden soll. Die Gemeinde muss zur Realisierung eines solchen Projekts den bestehenden Bebauungsplan ändern. Dabei kann der Gemeinderat Vorgaben zur Nutzung und Gestaltung der Gebäude machen. „Das Ganze soll ja auch wertig aussehen“, sagte der Bürgermeister im Gespräch mit unserer Zeitung. Das Grundstück am Lerchenweg befindet sich im Sanierungsgebiet Ortsmitte II. Deswegen prüfe man Fördermöglichkeiten aus dem Landessanierungsprogramm. Zumindest der Abbruch der Bestandsgebäude sei förderfähig, sagte Weisbrich.

Der Bürgermeister stellte auch klar, dass die Gemeinde nicht selbst bauen, sondern das Grundstück einem künftigen Betreiber zur Verfügung stellen wolle. Laut der Mörk-Projektentwicklerin Mirjam Oberli soll die Entwurfsplanung jetzt möglichen Betreibern vorgestellt werden. Anfang 2021 soll der Gemeinderat dann über ein Betreiberkonzept entscheiden. Dann könnte schon im kommenden Jahr 2021 mit konkreten Planungen begonnen werden.

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