Laufangebot in Warmbronn „Hauptsache, es geht wieder etwas“

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Keine Veranstaltung, keine Medaillen: Die Spvgg Warmbronn macht ein Laufangebot für den individuellen Freizeitsport. Foto: Andreas Gorr

Leonberg - Wenn Alfred Thaler die Begriffe Veranstaltung und Sportstätte hört, dann wird er unruhig. Der Chef vom Organisationsteam des Warmbronner Waldmeisterlaufes und designierte neue Vorsitzende der Spvgg Warmbronn musste sich in den vergangenen Wochen und Monaten im Bemühen, in Coronazeiten ein Laufangebot zu machen, nahezu täglich mit diesen Termini befassen. Der ursprüngliche Plan von Alfred Thaler und seiner Mannschaft für den Waldmeisterlauf in Warmbronn: „Wir wollen so nah wie möglich an das Flair des Waldmeisterlaufes heran.“ Inzwischen gibt es nach zähem Ringen grünes Licht von der Stadt Leonberg – für eine abgespeckte Version.

Es darf gelaufen werden in Warmbronn, und zwar am Wochenende 8./9. Mai – jeder für sich und zu einem frei gewählten Zeitpunkt. Darüber hinaus gehen alle bis zum 16. Mai individuell dokumentierten Zeiten zum Vergleich in eine Gesamtergebnisliste ein. Die Ergebnisse der Zeitmessung können spätestens ab dem 17. Mai auf www.waldmeisterlauf.de eingesehen werden.

Vier Streckenlängen zur Auswahl

Alle Laufbegeisterten haben die Auswahl zwischen einer 20, 10 oder 5,5 Kilometer langen ausgeschilderten Laufstrecke. Zudem kann auf einem 7,5 Kilometer langen Kurs gewalkt werden. Das alles firmiert unter der Überschrift Angebot für individuellen Freizeitsport. Denn nach der derzeit gültigen Coronaverordnung sind Veranstaltungen untersagt.

Drei komplette Ausschreibungen waren nötig mit dazugehörigem ausführlichem Hygienekonzept, ehe alle in den letzten Monaten sich ständig ändernden Vorgaben erfüllt werden konnten. „Wir sind seit Januar bemüht, einen Konsens zu finden. Ich bin froh, dass wir mit der Stadt nun diese Lösung gefunden haben. Damit setzen die Sportvereinigung Warmbronn und die Stadt Leonberg ein Zeichen für den Sport“, sagt Alfred Thaler.

Stadion bleibt gesperrt

Mit dem echten Waldmeisterflair wird es allerdings nicht wirklich etwas werden. Weil die Sportstätten geschlossen sind, können Start- und Zielbogen nicht wie üblich im Stadion aufgebaut werden, sondern stehen auf der Wiese unterhalb der Staigwaldhalle. An beiden Tagen wird morgens auf- und abends abgebaut. Das gilt auch für die Tracking-Matten zur Zeiterfassung. Und eben weil das Angebot laut Definition zu einer Veranstaltung wird, wenn es nur an zwei Tagen zur Verfügung steht, werden auch alle Zeiten bis zum 16. Mai in die Ergebnisliste aufgenommen. Start- und Zielbogen sowie die Zeiterfassung sind dann nicht mehr vor Ort.

Die Organisatoren mussten weitere Abstriche machen. Am Ort der Zeitmessung besteht insbesondere kein Zugang zu Umkleiden, Duschen, Aufenthaltsräumen oder Toiletten. Weder in oder an der Staigwaldahlle, noch auf oder neben den Laufstrecken werden Getränke ausgegeben. Es finden auch keine Bewirtung oder ein sonstiges Rahmenprogramm statt. Eine Möglichkeit zur Gepäckaufbewahrung besteht nicht. Es werden weder Ansprechpersonen noch Sanitätspersonal anwesend sein.

Rechtliche Unterstützung

„Von unserem ersten Ansatz ist am Ende zwar wenig übrig geblieben“, musste Alfred Thaler, der mit seinem Team beim Marsch durch den Dschungel der Verordnungen und Gesetze auch auf die Unterstützung einer befreundeten Staatsanwältin und eines Rechtsanwaltes bauen konnte, die Kröten notgedrungen schlucken. Die positive Resonanz auf die Bemühungen insgesamt lassen sich für Thaler aber in einem Satz zusammenfassen, den er schon mehrfach im Ort gehört hat: „Egal, wie ihr es macht, Hauptsache, es geht wieder etwas.“

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