Lange Kunstnacht Leonberg leuchtet zur Lakuna

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Wie in Zeitlupe und auf Stelzen bewegen sich die „Smarties“ während der Langen Kunstnacht durch Leonberg. Foto: factum/Simon Granville (2)

Leonberg - Ja ist denn schon Weihnachten?“, mag sich manch einer gefragt haben, der zur 14. Langen Kunstnacht am Samstag in die Leonberger Altstadt spaziert ist. Die Giebelbeleuchtung, die man eben aus der Adventszeit kennt, ist an diesem Abend an. Doch hin und wieder wird sie auch zu besonderen Anlässen genutzt. Wie eben zur „Lakuna“. Und es ist bei weitem nicht das Einzige, was am Samstag in der Altstadt blinkt und strahlt.

Da sind zum einen die „Smarties“, eine Pantomimengruppe aus Köln. In roten, blauen und grünen Anzügen, außerdem ausgestattet mit jeder Menge LED-Lichter in den jeweiligen Farben, laufen sie den ganzen Abend von einem der 35 Ausstellungsorte zum nächsten. Nur um den Marktplatz machen sie lieber einen großen Bogen – das Pflaster und die Neigung stellen die zwei „Smarties“ auf Stelzen vor ein echtes Problem. Doch wer Geduld hat, trifft sie früher oder später an.

Nur ein Kunde beim Parkservice

Auch jeder der 35 Ausstellungsorte, vom Künstleratelier über Gastronomie bis hin zum Anwaltsbüro oder Sparkassenfoyer, ist auffallend illuminiert. So entgeht den Besuchern auch wirklich keine Station. Bereits um 18 Uhr machen sich die ersten Scharen an Lakuna-Gästen auf den Weg in die Altstadt. Viele haben aus den Erfahrungen des Vorjahres gelernt. Damals war das Parkhaus unter der Altstadt in Nullkommanichts voll gewesen.

Dieses Jahr hat die Stadt gegengesteuert und einen Pendelbus zum Parkhaus am Bahnhof fahren lassen, der fleißig genutzt wird. Schließlich sind beide Parkhäuser und der Shuttle-Verkehr kostenlos. Kostenpflichtig dagegen ist der Valet-Service, den die Stadtwerke erstmals anbieten. Bei nur einem Nutzer, der die zehn Euro für einen guten Zweck blecht, kann dies allerdings getrost als Reinfall abgehakt werden.

Altstadt nicht ganz autofrei

Nur bedingt erfolgreich ist der Versuch einer autofreien Altstadt. Während in der oberen Hälfte tatsächlich ein ungehindertes Schlendern möglich ist, so nutzen doch viele, dass über die Graf-Eberhard-Straße und die Schlossstraße eine kleine Schleife offen bleibt. Gerade in den ersten Veranstaltungsstunden keine angenehme Situation. Denn solange die Temperaturen am frühen Abend noch angenehm sind, solange bevölkern die Menschen den Marktplatz und streifen durch die Altstadtgassen.

Die einen schlendern gemütlich, wohin es ihnen gerade gefällt. Die anderen versuchen, möglichst viele der 35 Ausstellungen zu sehen. So sind die Galerien und Ateliers entlang der großen Straßen und am Markt stets proppenvoll. Während etwa im Stadtmuseum und in der Stadtkirche eine besinnliche Stille herrscht.

Parkhäuser ins rechte Licht gerückt

Auch die Feuerwehr muss während der Lakuna ran – allerdings nur als Beleuchtungshilfe für den Stadtwerke-Bus auf dem Marktplatz. Darin präsentieren die Stadtwerke Bilder des Fotowettbewerbs zum Thema Parkhäuser. Gewonnen hat Stephan Breisacher. Er hat eine Ecke des Parkhauses am Bahnhof unterm Sternenhimmel in Szene gesetzt.

„Das ging nur über eine Doppelbelichtung. Das Parkhaus ist einfach zu stark beleuchtet, sonst hätte man die Sterne nicht erkannt“, erklärt der Sieger, der sich gleichzeitig mit anderen lokalen Fotografen im Kleinfelder Keller präsentiert. Die Gruppe ist das erste Mal bei der Lakuna dabei. „Fotografie wird ja oft nicht so als Kunst wahrgenommen wie etwa Malerei“, meint Breisacher. Über Gäste können sich die Neulinge an diesem Abend aber nicht beschweren.

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