Landrat schreibt an Minister Lucha Auch die Hausärzte sollen gegen Corona impfen

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Vakzine wie das Präparat von Astrazeneca können bei Kühlschranktemperatur aufbewahrt werden. Foto: dpa/Pedro Fiuza

Kreis Böblingen - Impfungen gegen das Coronavirus in Hausarztpraxen sollten schnell Teil der Impfstrategie im Land werden. Das fordert der Böblinger Landrat Roland Bernhard in einem Schreiben an den baden-württembergischen Sozialminister Manfred Lucha (Grüne) und beruft sich dabei auf Rückendeckung durch die Kreisärzteschaften und die Pandemiebeauftragte der Kassenärztlichen Vereinigung im Kreis, Annette Theewen. Dies könne entscheidend die Impfkapazitäten erhöhen.

„Im Kreis Böblingen sehen wir in der Eingliederung von Hausarztpraxen eine Möglichkeit, das Impfgeschehen nachhaltig zu beschleunigen und mehr Impfungen durchführen zu können, welche einen Schritt zurück zur Normalität erlauben“, heißt es in dem Brief laut einer Mitteilung des Landratsamtes.

Hausärzte kennen ihre Patienten besser

Das Impfen sei für Hausarztpraxen effizient und ohne besonderes Aufkommen möglich, da die personellen und räumlichen Ressourcen vorhanden sind und das Impfen somit in das Alltagsgeschäft der Arztpraxen integriert werden kann. So könnten Impfstoffe, die keine besonderen Lagerkapazitäten benötigen, schneller verabreicht werden. Ein weiterer Vorteil sei, dass Hausärzte ihre Patienten und deren Vorerkrankungen, wie beispielsweise Allergien, kennen und teils besser auf Impfreaktionen reagieren können.

„Die logistischen Arbeiten können von den Praxen selbst nicht gedeckt werden und bedürfen daher der Mithilfe und Kooperation des Landes“, sagt der Landrat laut Mitteilung. Es solle schon jetzt die Möglichkeit geschaffen werden, die Vakzine von Astrazeneca und Johnson&Johnson – sobald die Zulassung vorliege – zusätzlich in den Hausarztpraxen für Impfungen freizugeben.

Kreis Böblingen als Modellregion?

Im Böblinger Landratsamt geht man davon aus, dass zur Erprobung ein Modellprojekt zum Impfen in Hausarztpraxen aufgelegt wird, um den Übergang in die Regelversorgung, der bereits ab April erwartet wird, zu testen. „Gerne stehen wir auch für ein solches Pilotprojekt im Landkreis Böblingen zur Verfügung“, bietet sich Bernhard an.

Im Schreiben bedankt sich Roland Bernhard dafür, dass sich auf Anordnung des Sozialministeriums Lehrer und Erzieher ab nächster Woche schon gegen das Coronavirus impfen lassen können. Dies sei, ebenso wie die Ausweitung der Schnelltests, eine „wichtige Stütze für die Öffnung der Schulen und Kindertagesstätten dar“, heißt es dazu.

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