Lailberg II in Heimsheim Direkt die große Lösung für den Kindergarten

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Für den Außenbereich ist an alles gedacht worden. Dem Rat ist das Konzept aber etwas überdimensioniert. Foto: element 5

Heimsheim - Also doch gleich fünf Gruppen: Dem ursprünglichen Wunsch im Heimsheimer Gemeinderat gemäß wird der neue Kindergarten Lailberg II gleich als „große Lösung“ umgesetzt. Der Grund: Eine nachträgliche Erweiterung wäre um einiges teurer. Während der Gemeinderat bei der Frage nach der Gebäudegröße direkt in die Vollen ging, traten die Politiker in Bezug auf die Außenanlagen auf die Bremse. Mit 550 000 Euro Gesamtkosten war ihnen das Konzept für den Außenbereich zu überdimensioniert. Das Planungsbüro element 5 wird den Entwurf nun noch einmal überarbeiten.

Der steigende Bedarf an Kita-Plätzen in Heimsheim ist der Grund für den Neubau. Spätestens, wenn das neue Baugebiet Lailberg II besiedelt wird, wird die Nachfrage noch weiter nach oben schnellen. Diskutiert wird über das Thema schon lange, 2017 lagen bereits erste Pläne für einen Neubau vor. Aus Gründen der Kosten- und Zeitersparnis entschied sich der Gemeinderat später aber gegen einen Massivbau, lehnte zugleich aber einen klassischen Modulbau ab. Letztlich gibt es eine Art Kompromiss: Es gibt einen Fertigkindergarten, jedoch in der etwas teureren Sperrholzbauweise.

Fünf Gruppen bieten mehr Möglichkeiten

Eigentlich hatte sich der Gemeinderat schon ganz am Anfang für einen Bau für gleich fünf statt vier Gruppen entschieden. Mittelfristig geht die Verwaltung nämlich von einem entsprechenden Bedarf aus. Auf lange Sicht gibt die fünfte Gruppe der Stadt die Möglichkeit, einen nicht mehr zeitgemäßen Kindergarten zu schließen, wenn der Bedarf an Plätzen insgesamt wieder zurückgeht. Als es dann um einen Fertigbau ging, wurde zunächst wieder mit einem viergruppigen Kindergarten geplant, der sich gegebenenfalls um eine weitere Gruppe erweitern ließe. Doch die Ausführungen von Ulrich Homfeld von element 5 sprechen eine deutliche Sprache: Ein sofortiger Ausbau kostet rund 150 000 Euro mehr, ein späterer 270 000 Euro.

Für den Gemeinderat lag die Entscheidung damit auf der Hand: Alle Fraktionen sprachen sich für eine sofortige Erweiterung aus. Nicht nur entsprächen die Baukosten für einen späteren Umbau den heutigen Voraussetzungen, „und wir sind uns wohl alle einig, dass es nicht billiger wird“, erinnerte Ralf Rüth (CDU). Vor einem Umbau im laufenden Betrieb und während der Ferien – der „teuersten Zeit“, was Bauaufträge angeht – warnte ebenso Walter Müller (Freie Wählervereinigung). Rüth riet allerdings von reinen Holzfenstern, wie sie im Plan vorgeschlagen sind, ab, da diese sehr wartungsintensiv seien und damit wenig nachhaltig. Die Architekten ermitteln nun die Kosten für eine Holz-Alu-Kon­struktion.

Spielbereich zu überdimensioniert

Beeindruckt, aber auch etwas erschlagen zeigten sich die Ratsleute von der Präsentation der neuen Außenanlagen. Zum Hintergrund: Der neue Kindergarten Lailberg II grenzt an den bestehenden im Wohngebiet Lailberg I an. Da dessen Außenbereich schon recht heruntergekommen ist, entschied der Gemeinderat, nicht nur für den neuen Kindergarten die Außenfläche neu zu planen, sondern für beide Einrichtungen ein Gesamtkonzept zu erstellen. Und das hatte es in der Präsentation in sich: Ein wunderschönes großes Gelände voller Kletter- und Spielmöglichkeiten und allem, was sonst noch dazugehört. Gesamtkosten: 550 000 Euro (reine Baukosten: 450 000 Euro).

„Das ist ein traumhafter Plan, aber doch ein bisschen überdimensioniert“, fand Ralf Rüth. „Wir haben auch noch viele andere Aufgaben.“ Sabine Kiedaisch von den Bürgern für Heimsheim fühlte sich gar an einen Erlebnispark erinnert: „Da könnte man fast Eintritt verlangen.“ Statt einzelne Elemente aus dem Konzept zu streichen, einigten sich die Ratsleute darauf, die Kosten zu deckeln auf insgesamt 400 000 Euro. Auf dieser Basis wird der Entwurf nun überarbeitet.

Die Gesamtkosten für das Projekt Kindergarten gab Ulrich Homfeld in der Sitzung mit 3,7 Millionen Euro (brutto) an, ohne fünfte Gruppe. Die Berechnung liegt damit noch einmal um 500 000 Euro über dem Stand vom Oktober 2018. Der felsige Boden bedeutet bei Aushub und Entsorgung einen größeren Aufwand, auch die Kanalarbeiten werden teurer. Dazu gibt es eine Fotovoltaikanlage für 64 000 Euro. Am stärksten schlagen die Außenanlagen zu Buche mit 170 000 Euro zusätzlich. Das sind allerdings nur die Kosten für Lailberg II, die Erweiterung um Lailberg I wurde in diese Berechnung noch nicht einbezogen.

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