Kunsthandwerk und Landwirtschaft Marktwochenende in Weil der Stadt

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Arietta Spang vom Ordnungsamt mit Tochter Gullia, Manfred Nuber, Fachberater für Obst- und Gartenbau vom Landratsamt , Landwirt Thomas Haug mit Sohn Dennis und Bürgermeister Christian Walter (von links) statten Kuh Elsa einen Besuch ab. Foto: Jürgen Bach

Weil der Stadt - Stolz steht sie wieder da, am Kreisverkehr beim südlichen Ortseingang von Weil der Stadt, mit frech ausgestreckter Zunge, Knopfaugen und gebogenem Geweih. Wenn die Kuh Elsa auftaucht, dann ist klar: Am 18. September ist endlich wieder Bauernmarkt. Normalerweise passiert das pünktlich einmal im Jahr, aufgrund der Coronapandemie hatte Elsa 2020 allerdings ungewollt Urlaub. Jetzt wurde sie wieder aufgebaut. Das übernimmt ganz traditionell der Landwirt Thomas Haug aus Schafhausen – inzwischen seit rund 15 Jahren.

Bauernmarkt nur mit 3G-Regel

Nicht nur die einjährige Pause des Marktes, auch einige Neuerungen hat das Coronavirus mitgebracht. Wer am 18. September über den Bauernmarkt schlendern will, für den gilt wie vielerorts die 3G-Regel (genesen, geimpft oder getestet). Ausnahme sind Schülerinnen und Schüler: Diese können bei der Einlasskontrolle ihren Schulausweis vorzeigen. Ist diese Hürde geschafft, kann es endlich losgehen.

Zehn landwirtschaftliche Betriebe verkaufen im Weiler Spitalhof ihre Produkte, davon auch einige für den Verzehr vor Ort. Zusätzlich sind der Landfrauenverein Merklingen-Hausen und die Weiler Jugendfeuerwehr vor Ort, die für Kaffee, Kuchen und alkoholfreie Getränke sorgen. Für Kinder gibt es einen Streichelzoo.

Landwirtschaft ist wichtig für Weil der Stadt

Dass der Bauernmarkt wieder stattfinden kann, sorgt rundum für Freude: Bei den Landwirten, bei der Stadt und auch bei Bürgermeister Christian Walter. Allerdings kann er nicht vor Ort sein – auch, wenn er sich sehr auf den ersten in seine Amtszeit fallenden Besuch des Bauernmarktes und des parallel stattfindenden Kunsthandwerkermarktes gefreut hat. Zum Termin am 18. September ist er mit einer Delegation in der Weiler Partnerstadt Bra in Italien. „Die Landwirtschaft ist sehr wichtig für Weil der Stadt“, betont Christian Walter. Umso schöner sei es für die Landwirte, sich nun auf dem Bauernmarkt präsentieren zu können.

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Denn für die Landwirte ist der Bauernmarkt zwar keine Goldgrube, dafür aber eine wichtige Plattform. „Ich treffe dort immer Leute, die wohnen seit zehn Jahren in Weil der Stadt, kennen uns aber nicht“, erzählt Manfred Nuber, der Fachberater für Obst- und Gartenbau vom Landratsamt und selbst Landwirt in Schafhausen. „Wenn wir einen Kunden vom Bauernmarkt später im Hofladen wiedersehen, haben wir schon gewonnen“, fügt der Landwirt Thomas Haug hinzu.

Der Markt wurde dreimal verschoben

Nur ein paar Straßen weiter feiert ein weiterer, traditioneller Weiler Markt die Rückkehr nach der Coronapause: Am gleichen Wochenende, 18. und 19. September, findet auf dem Viehmarktplatz der Kunsthandwerkermarkt statt. Eigentlich war dieser für Mai 2020 geplant, wurde dann angesichts des Pandemiegeschehens erst auf September vergangenen Jahres, dann auf Juni 2021 und nun auf diesen Monat verschoben. Die Planungsphase sei „fürchterlich“ gewesen, sagt der Organisator Thomas Hahn-Klinger. Besonders angesichts der ständig neuen Auflagen. Dass es nun klappt, stimmt ihn froh.

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„Es fühlt sich super an, endlich wieder Leben in der Stadt zu haben“, findet auch City-Managerin und Leiterin des Stadtmarketings, Marion Beck. Nach langer Zeit der Ruhe erreichten die Stadt inzwischen wieder Nachfragen nach Veranstaltungen, auch Tagestouristen kämen wieder. „Umso mehr freuen wir uns, den Auftakt nach den Sommerferien mit dem Kunsthandwerkermarkt gestalten zu können.“ Eine 3G-Regel gibt es hier nicht. Wo Abstände nicht gewahrt werden können, sollen Besucherinnen und Besucher aber eine Maske tragen.

Kunsthandwerkermarkt feiert 35. Geburtstag

Der Markt findet in diesem Jahr zum 35. Mal statt. Holz, Keramik, Papier, Textil, Design, Glas oder Schmuck – 60 Ausstellerinnen und Aussteller präsentieren ihre Produkte. Einige werden ihr Handwerk direkt vor Ort vorführen – aufgrund der Hygienemaßnahmen allerdings „zurückhaltender“ als sonst, erklärt Thomas Hahn-Klinger.

Einen Einblick in das Handwerk sollen die Besucher aber trotzdem bekommen. Für viele der ausstellenden Künstler und Handwerker ist der Weiler Markt schon seit Jahren feste Anlaufstelle, einige sind 2021 aber neu mit dabei: Etwa Oliver Ritter, ein Metallbildhauer aus Salem. Oder, von gar nicht weit weg, die Möbelpolsterei Frank Zacher aus Merklingen.

Auch für den Nachwuchs gibt es wieder ein Programm. Kinder von fünf Jahren an können bei der Bauaktion auf der Wiese vor der Stadtmauer aus langen Bambusstäben Brücken, Tunnel und andere Konstruktionen bauen. „Da entsteht ganz schnell was“, freut sich der Organisator.

In diesem Jahr kooperiert er das erste Mal mit den Weiler Pfadfindern, die sich um die Betreuung der Kinder kümmern werden. Die Metzgerei Heinkele wird warme Mahlzeiten verkaufen. Für Kaffee sorgt die Kaffeerösterei Terschawetz aus Grafenau. Außerdem soll es frisches Bauernhof-Eis aus Merklingen und Crêpes aus Weil der Stadt geben.

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