Kunst in Leonberg 200 Leonberger Hunde auf dem Marktplatz

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Gemeinsam mit der Kunststiftung Erich Hauser Foto: Jürgen Knubben

Leonberg - Die historische Kulisse des Marktplatzes wird zur Kunstgalerie – 200 lebensgroße Leonberger Hunde werden ihn im Juni 2019 bevölkern. Der Sozialausschuss des Gemeinderates hat hoch begeistert einstimmig den Weg für dieses Kunstereignis frei gemacht und 79 000 Euro dafür zur Verfügung gestellt.

Der international anerkannte Künstler Ottmar Hörl, der 1950 in Nauheim/Hessen geboren wurde und heute in Nürnberg und Wertheim lebt und arbeitet, wird auf dem Marktplatz eine Großinstallation mit 200 lebensgroßen sogenannten Multiples (deutsch: Auflagenobjekt) von Leonberger Hunden schaffen, die im Juni 2019 für fünf Tage zu sehen sein werden. Die Figuren aus der Installation, die aus schwarzem Kunststoff gefertigt werden, können dann als Kunstobjekte gekauft werden.

„Die Installationen von Ottmar Hörl sind Publikumsmagneten und machen einfach Freude“, sagt die Kulturamtsleiterin Alexa Heyder. Sein Ziel sei, „Kunst für alle“ zu schaffen und seine Aktionen seien Begegnungsräume für ganz unterschiedliche Menschen, die niederschwellig mit Kunst in Kontakt kommen. „Marktplatz und Altstadt stehen im Fokus und werden durch die Installation belebt, zudem findet das Projekt überregionale Beachtung und ist ein gutes Stadtmarketinginstrument“, ist die Amtsleiterin überzeugt.

Eulen, Wölfe und Albert Einstein

Einem breiten Publikum wurde Ottmar Hörl durch seine Großinstallationen mit Kunststoff-Multiples bekannt. 2004 schuf er „Eulen nach Athen tragen“ mit 10 000 Eulen anlässlich der Olympischen Spiele in Athen/Griechenland. Weitere Projekte sind „Mensch Albert“ mit Albert-Einstein-Figuren für Ulm (2018), „Second Life“ mit 100 Arbeiter-Skulpturen im UNESCO-Weltkulturerbe Völklinger Hütte, „Wölfe in der Stadt“ in Ravensburg (2017), „Einheitsmännchen“ im Kontext von 25 Jahre Deutsche Einheit in Stuttgart (2015) und „Martin Luther: Hier stehe ich“ (2010) mit 800 Luther-Botschaftern auf dem Marktplatz von Wittenberg.

Die Idee, Ottmar Hörl für eine Installation nach Leonberg zu holen, stammt von Wieland Storek, dem ehemaligen Vorstandsmitglied des Galerievereins Leonberg. Storek wird das Projekt in Zusammenarbeit mit dem Kulturamt ehrenamtlich leiten. Er hat den Kontakt zu Ottmar Hörl hergestellt und mit ihm mögliche Standorte für die Installation besichtigt. Dabei hat sich gezeigt, dass nur der Marktplatz als Aktionsort in Frage kommt. Unter anderem auch, weil die Installation rund um die Uhr beaufsichtigt werden muss.

Ottmar Hörl wird auf Grundlage von Fotos und Filmmaterial einen lebensgroßen, rund 90 Zentimeter hohen „Leonberger Hund“ herstellen. Von diesem wird eine Negativform angefertigt, die dann für die Herstellung der 200 schwarzen Leonberger Hunde aus Kunststoff verwendet wird.

Kunstliebhaber können die Hunde kaufen

Die Kosten für die Entwicklung des Objektes, Transport und Aufbau betragen rund 20 000 Euro. Die Stadt kauft die Hunde für 245 Euro das Stück. Weitere Kosten unter anderem für den Wachdienst betragen voraussichtlich rund 10 000 Euro.

Die Hunde werden an Kunstliebhaber verkauft, nicht signiert für 350 bis 400 Euro und vom Künstler signiert zwischen 700 und 800 Euro. Günstiger sind die Objekte über den Subskriptionspreis erhältlich. Er gilt für Vorbestellungen und bis maximal zum Ende der Ausstellung. Bei Verkauf aller Hunde, davon 25 signiert, werden Einnahmen von 78 750 Euro erwartet.

„Das Projekt kann sich also weitgehend selbst tragen, wenn möglichst alle Objekte verkauft werden“, erläutert Alexa Heyder, die dafür auch auf die gute Zusammenarbeit mit der Faszination Altstadt baut. Ein Sponsor, der ein größeres Kontingent abnimmt, soll gefunden werden.

Terminlich wird das Projekt so gelegt, dass der Wochenmarkt mittwochs stattfinden kann. Der Aufbau beginnt am Mittwoch nach Ende des Marktes, der Abbau erfolgt am Dienstag darauf. Der Wochenmarkt am Freitag, wird trotz des Projektes stattfinden und an dieses angebunden.

Zeitgleich zur Installation auf dem Marktplatz wird die Stadt im Galerieverein eine Einzelausstellung von Ottmar Hörl zeigen. In Planung ist eine eigens für dort gestaltete Rauminstallation. Diese wird im laufenden Ausstellungsetat finanziert.

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