Kultdisco in Ludwigsburg Neue Perspektiven für die Rockfabrik

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Die Demonstration für die Rockfabrik im September hat viele mobilisiert. Foto: factum/Simon Granville

Ludwigsburg - Für die Rockfabrik in Ludwigsburg gibt es neue Perspektiven. Gespräche mit dem neuen Oberbürgermeister Matthias Knecht haben wohl den Durchbruch gebracht. Es steht die Möglichkeit im Raum, dass der Unternehmer Max Maier ein halbes Jahr Aufschub gewähren und den Mietvertrag bis 30. Juni verlängern könnte. Dadurch könnte man der Kult-Discothek den Umzug an eine andere Location zu ermöglichen. Die Stadtverwaltung hat einen Suchlauf für einen Standort in Bahnhofsnähe gestartet. Das Nestlé-Areal der ehemaligen Caro-Landkaffee-Fabrik ist im Gespräch, oder das ebenfalls relativ nahe beim Bahnhof gelegene Getrag-Gelände. Eigentlich läuft der Mietvertrag des Rockmusik-Schuppens zum Jahresende aus.

Am bisherigen Standort gibt es keine Zukunft

„Ich bin recht optimistisch“, sagt Matthias Knecht auf Anfrage. Klar ist aber auch, dass am bisherigen Standort nichts mehr geht, die Stadt will auch das Gelände nicht kaufen, um die Rockfabrik zu retten. Zumal Max Maier dort andere Pläne hat. Deswegen läuft die Suche nach einem Ersatzstandort. Wichtig ist die Botschaft, dass auch über den 31. Dezember hinaus der Betrieb der „alten“ Rofa aufrecht erhalten werden kann: Die Anwälte von Max Maier haben signalisiert, dass der Mietvertrag um ein halbes Jahr verlängert wird, wenn es eine konkrete Umzugsperspektive gibt. „Das ist wichtig, der Betrieb darf nicht zu lange still stehen“, sagt Johannes Rossbacher, einer der drei Rofa-Geschäftsführer.

Die Stadt sucht nach neuen Gebäuden

Zu einem Umzug wäre man bereit, wenn der neue Standort in Ludwigsburg oder naher Umgebung wäre. Rossbacher lobt ausdrücklich das Engagement von OB Matthias Knecht, in einem Gespräch auf dem Rathaus mit der Liegenschaftsverwaltung wurden bereits einige Objekte sondiert. Die Grünen im Ludwigsburger Gemeinderat haben indes ihren Antrag zurückgezogen, mit Max Maier über den Erwerb des Areals zu verhandeln. „Wir wollten lediglich, dass Gespräche aufgenommen und nach einer Lösung gesucht wird“, erklärt Fraktionsvize Christine Knoß, „aber das ist ja bereits geschehen.“

Das drohende Ende der Rockfabrik hat deutschlandweit Proteste und Bedauern ausgelöst. Mehr als 32 000 Unterzeichner haben eine Petition zum Erhalt unterstützt, bei einer Demonstration im September haben sich 2000 Rock-Fans mit den Betreibern solidarisiert. Sogar im Ludwigsburger OB-Wahlkampf war die Rockfabrik Thema, sowohl der Amtsinhaber Werner Spec als auch der später gewählte Herausforderer Matthias Knecht hatten versprochen, sich für die Discothek einzusetzen.

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