Apfelsaft-Prämierung Wer hat den besten Saft im Kreis?

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Am Ende wird es nur einen Sieger geben. Foto: factum/Granville

Rutesheim - Die gepflegten und saftigen Streuobstwiesen um Rutesheim und Höfingen sind zurzeit tief verschneit, nur die dicken Stämme der alten Apfelbäume lassen erahnen, welchen Reichtum sie im Sommer bergen. „Bis zu 5000 Kleinlebewesen existieren in ihnen“, klärte OGV-Vorstand Rolf Bäuerle auf, „und das Überleben der Streuobstwiese ist für die Umwelt fundamental wichtig“.

So ließen die Veranstalter der Kreis-Saft-Prämierung in Rutesheim, der Kreisverband Böblingen der Obst- und Gartenbauvereine und die Fachberatungsstelle für Obst- und Gartenbau am Landratsamt Böblingen, keinen Zweifel am Hauptzweck ihrer Aktionen. „Der Erhalt der Streuobstwiese ist oberstes Ziel aller unserer Aktivitäten“, betonte der Vereinsvorstand. Auch Patrizia und Jürgen Linkenheil, die beide vor etlichen Jahren eine Zusatzausbildung als Fachwart beim Obst-und Gartenverein Rutesheim absolvierten, pflegen ihr heimisches Obst. „Die Wiese ist ein Kulturwert, der unbedingt erhalten bleiben muss“, erzählt das Rutesheimer Paar beim gemeinsamen Verkosten.

Jeder darf abstimmen

Die Säfte werden immer von mehreren Teilnehmern an einem Tisch probiert, die dann gemeinsam ihre Bewertungen abgeben. 64 Safthersteller aus dem gesamten Landkreis Böblingen hatten sich in diesem Jahr angemeldet. Die Prämierungen finden immer an anderen Orten statt, nun wieder einmal im nördlichen Landkreis. „Es ist uns eine Ehre, 2019 der Gastgeberverein zu sein“, findet Ewald Vogel.

Manfred Nuber, Fachberater Obst- und Gartenbau für das Landratsamt Böblingen referierte, dass zwar das vergangene ein gutes Apfeljahr gewesen sei, durch die Überproduktion aber der Most viel zu günstig geworden wäre. Seit mehr als zehn Jahren boomt die Idee, Apfelsaft in Eigenregie herzustellen dank der Methode des „Bag-in-Box“. Eine Doppelverpackung als Flüssigkeits-Behälter, bei welcher der Innenbeutel durch den Hersteller mit der Flüssigkeit befüllt wird, mit dem Zapfhahn verschlossen wird und dann in einen Umkarton kommt. Jede Familie hat so ihren eigenen, vollkommen unbehandelten süßen Saft.

Es geht entspannt und lustig zu

Bestens gelaunt lassen sich die Familien von Hannes Auperger und Johann Rudorfer aus Höfingen die bernsteingelben Flüssigkeiten im Glas schmecken. „Es ist kaum möglich, das eigene Erzeugnis herauszuschmecken“, schildert Großvater Rudorfer den Ablauf und weist stolz darauf hin, schon zum neunten Mal dabei zu sein und nicht selten Preise abgeräumt zu haben. Hannes Auperger weiß: „Einige der Teilnehmer leben wirklich vom Obstanbau“, daher waren bei der auf der Bühne sitzenden Jury auch einige Funktionsträger dabei. Insgesamt ist man sehr entspannt bei der Sache und lacht viel.

Dennoch wäre eine solche Veranstaltung ohne die vielen Ehrenamtlichen gar nicht möglich, die fleißig unterwegs waren und beständig Saft ausschenkten, Käse- und Brotteller verteilten und ihre gute Laune nicht verloren.

Werner Nakelski aus Perouse, ehemaliges Vereinsmitglied, der sich bei solchen Events immer freut, alte Bekannte wieder zu treffen, zeigte sich erstaunt über die Vielfalt und Anzahl der Säfte: „Wenn man das auch einmal als Most bekommen könnte, müsste man mich nachher nach Hause tragen.“

Bewertet wurden nicht nur reine Apfelsäfte, sondern auch Mischsäfte, wie Apfel/Birne, Apfel/Kirsch oder in diesem Jahr besonders gefragt Apfel/Quitte. Ein wichtiges Kriterium war die Harmonie aller Bewertungspunkte. Die Gewinner werden innerhalb der Woche bekannt gegeben.

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